5 Tipps zur Schnittmuster Aufbewahrung

Gestern hat mich die Aufräumwut im Nähzimmer gepackt. Ok, in Wirklichkeit hab ich prokrastiniert - ich hab nämlich grade ein ganz delikates Top aus flutschigster Viskose auf dem Nähtisch (wer weiß, ob aus dem jemals was wird), und plötzlich viiiiel mehr Lust gehabt meine Schnittmuster zu sortieren. Bis jetzt wusste ich gar nicht, dass man auch bei Dingen, die man eigentlich mag, einer Erledigungsblockade erliegen kann ;-)
Nachdem ich fertig war, fand ich das so hübsch, dass ich mit euch unbedingt meine Lieblings-Ordnungs-Ideen fürs Schnittmuster Aufbewahren teilen wollte.



Die Tipps hab ich mir nicht alle selbst ausgedacht, sie sind auch nicht unbedingt neu,  aber ich hab sie ausprobiert und für euch gesammelt. Sie sind auch sicher nicht die beste und einzige Lösung, aber ich bin schon sehr zufrieden mit meiner Ordnung. Die Links sind übrigens keine Affiliate-Links oder sonstige Werbung, ich teile einfach gerne ;-). Und ja, auch dieser Blogpost ist Prokrastination wegen der gefürchteten Viskose...


Meine ausgedruckten (oder auf A0 geplotteten Schnittmuster) bewahre ich einfach gefaltet in großen beschrifteten Umschlägen in einer Kiste auf. In manchen Umschlägen ist nur ein Schnittmuster in manchen mehrere. Ganz unspektakulär, aber ordentlich. Die hab ich aber gestern nicht geordnet, sondern meine auf Malerfolie abgepausten Schnittmuster, um die soll es nun auch gehen.

1. Klarsichtfolienaufbewahrung

Gehen wir mal chronologisch vor. Meine ersten Schnittmuster hab ich einfach in Klarsichtfolien in großen Ordnern gesteckt und ein A4 Blatt dazu, auf dem stand, was es denn ist. Hat mehrere Jahre gut funktioniert.

2. Nähplaner mit allen Infos

Dann hab ich irgendwann das tolle Nähplaner-Deckblatt von Seemannsgarn entdeckt, hab mir 50 Stück ausgedruckt und alle (mehr oder weniger) schön ordentlich beschriftet und mich gefreut, dass alles so schön einheitlich aussah. Die Schnittmuster hab ich übrigens vorerst nach "Hersteller" sortiert. Also zum Beispiel Burda, Ottobre, Pattydoo...

Problem dabei: Mir sind öfter Schnittteile beim rumwuchten des Ordners (der inzwischen schon ganz schön schwer war) oben aus der Klarsichthülle rausgefallen. Und im schlimmsten Fall hab ichs nicht mal bemerkt. Da zahlt sich auf jeden Fall aus, alle (!) Teile ordentlich zu beschriften, vor allem wenn man mehrere Größen von einem Schnitt abgepaust hat.
 

3. Sichttaschen

Also war ich ganz happy, als die liebe Ute von Schneiderherz mich auf die sogenannten Sichttaschen aufmerksam gemacht hat. Ich hab mir ein paar davon bestellt und war erstmal zufrieden, weil nichts mehr rausfallen konnte. Was mich aber weiterhin gestört hat, war die Tatsache, dass ich immer alle Schnittmuster durchblättern musste, bis ich das richtige gefunden habe.

 

4. Register

Kein furchtbares Problem, aber als es bei Aldi vor kurzem Registermappen gab, hab ich mir gedacht, perfekt! Schon lange wollte ich was mit Registern machen, es gibt ja sogar Leute, die ganze Registereinhänge in Ikeaboxen bauen. Das ist natürlich der ultimative (aber nicht ganz preisgünstige) Tipp, den ich (noch) nicht umgesetzt habe, auch wegen dem Aufwand das passende Register zu suchen, zu bestellen etc. (hier gibt es aber ein paar Tipps dazu). Die Fächermappen sind auch super für Nähanfänger, die noch nicht so viele Schnittmuster gesammelt haben, oder wenn ihr nicht so viel Platz in eurer Nähecke habt. Hier gibt es Fächermappen zu einem ähnlichen Preis wie bei Aldi damals.
Übrigens: Ich hab meine Klarsichtfolien bzw. Sichttaschen einfach direkt in die Register gesteckt, denn dann kommt man schneller dran und die kleinen Einzelteile rutschen nicht vielleicht unten durch die Register.


5. Sortierung nach Kleidungsstücken

So, und endlich wird es sogar noch einfacher: Ich hab alle Schnittmuster nach Kleidungsstücktyp sortiert. Wenn ich in Zukunft also ein Kleid oder einen Rock nähen will, schaue ich nur schnell, was ich da schon abgepaust hab (mann o Mann, hab ich viele Schnittmuster abgepaust und noch nicht genäht. Wie blöd ist das eigentlich?) und schaue, ob das Passende dabei ist.
Oder andersrum. Ich will ein bestimmtes Top nähen, dann finde ich das direkt mit einem Griff ins Regal unter "Tops und Shirts". Meine Kategorien sind:
  • Hosen und Wäsche
  • Röcke und Kleider
  • Pullover
  • Männerkleidung
  • Tops und Shirts
  • Jacken und Cardigans
Für die Beschriftung hab ich einfach mal meine innere Monica gechannelt und den Labelmaker ausgepackt. In meinem Fall einen ziemlich fancy Labelmaker namens Plotter ;-). Die Schriftart ist Pathout, die gabs mal kostenlos bei FontBundles.



Und falls ihr euch jetzt fragt: was sind das für seltsam (hässliche) Köfferchen auf dem Regal? Ja, das sind meine Aufbewahrungskoffer (ebenfalls von Aldi), in denen man super Garn, Kurzwaren oder (wofür sie ja eigentlich gedacht sind) Schrauben aufbewahren kann.

Die hab ich nun eeeeendlich auch beschriftet, das wollte ich schon die ganze Zeit. Die rotieren da oben auf dem Regal nämlich hin und her. Je nachdem welchen ich als letztes verwendet habe, liegt der Koffer oben. Unpraktisch, wenn man im blödsten Fall 3 Koffer runterwuchtet, bis man den Gesuchten gefunden hat.


Die Köfferchen haben zwar nichts mit Schnittmustern zu tun, empfehlen kann ich sowas aber auch. Hübschere gibt's auch im Netz, schaut einfach mal nach Sortierkasten.

So, jetzt muss ich aber wirklich mal ran und dieses Viskosetop entweder fertig machen oder so sehr  verhunzen, dass ich es guten Gewissens in die Tonne werfen kann, haha.
Ich hoffe ihr habt nun vielleicht auch ein paar Ordnungsinspirationen bekommen. Dann könnt ihr für den Fall, dass ihr auch ein besonders einschüchterndes Projekt auf dem Nähtisch habt, beim Aufräumen Mut sammeln, so wie ich.

Übrigens, wer mehr von meinem Nähzimmer sehen möchte, bekommt hier einen kleinen Einblick.

Bis bald,
eure Nina

Verlinkt bei So Mach ich das

Kommentare:

  1. Cool, danke für die Tipps.
    Mein Nähtisch bräuchte auch dringend mal eine Aufräumaktion. Und die Schnittmusterordner werden auch immer dicker und damit unpraktischer. Aber immerhin sind die schon nach Kinder- und Erwachsenenschnittmuster, sowie Oberteile, Kleider, Röcke, Hosen und Dekokrams geordnet.
    Dafür schlummern noch zig nicht gedruckte und ausprobierte Schnittmuster auf der Festplatte und warten...

    Viele Grüße
    Cornelia

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  2. Schön sortiert hast du deine Schnittmuster nun. Ich habe eine Kombination aus deiner Ordnung. Meine abgepausten Schnittmuster bewahre ich in Klarsichtfolien in Ordnern auf. Und diese Ordner sind auch nach KLeidungsstücken etc. sortiert. Shirts, Blusen, Hosen, Röcke, Kleider, aber auch Taschen, Deko,....
    So komme ich gut zurecht.
    Ich hoffe nun, dass du erfolgreich dein Viskoseprojekt beenden konntest.
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Danke dir! Ja das konnte ich tatsächlich. Ein bisschen Ordnung hat mich wohl konzentrierter und fokussierter gemacht ;-)

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  3. Ach - manchmal kann prokastinieren ja scheinbar echt klasse sein - denn ich sammle gerade ausgedruckte Freebooks an und brauche noch ein System, damit da die übersicht nicht gänzlich flöten geht.

    Große Umschläge klingen echt nicht verkehrt... Meinst du eigentlich, es wäre sinnvoll, einen Schnitt nur ein Mal zu drucken und dann bei 2 Größen, die man braucht, beide abzupausen, statt 2x zu drucken und zu schneiden? Ich bin mir da noch nicht sicher, aber aktuell besitze ich auch noch keine Folie zum abpausen.

    Ich sortiere meine digitalen Schnittmuster irgendwie nicht nach Hersteller, sondern nach Kategorie: Oberteil, Tasche, Hose, Kleid,... das mache ich, weil ich immer weiß, was ich nähen will und dann den Schnitt dazu suche... also "ich will ne Hose - ahhh die hier ist gut."
    Also habe ich quasi aus dem Gefühl heraus direkt dein neues System gewählt... aber ich blättere doch lieber noch Ordner als Register.

    Diese Werkzeug-Köfferchen mag ich total gerne - ich brauche auch einen für meinen Nähkram.

    Liebe Grüße

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    1. Hallo Tabea,
      Also ich drucke und schneide gar nicht mehr, sondern verwende nur noch geplottete Schnittmuster. Und von denen pause ich dann die passende Größe ab. Ich mag die durchsichtige Malerfolie super gerne, weil man da auch immer das Muster auf dem Stoff gut durchsieht. So mach ich das liebe Grüße und danke für deinen Kommentar! Nina

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  4. Hallöchen liebe Nina,

    das sind wirklich tolle Tipps! :)
    Besonders angetan hat mir doch tatsächlich die Idee mit den Werkzeugkoffern. :D das werde ich definitiv in die Tat umsetzen - Garne fliegen bei mir nur kreuz und quer leider noch durch die Gegend.
    Meine Schnittmuster sind in Registermappen untergebracht und nach Kleidungsart sortiert. Mal sehen. Soooo lange bin ich noch nicht dabei, daher ist es ganze leicht noch den Überblick zu behalten.

    Liebste Grüße, Inka

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  5. Hallo Nina. Ich suche auf Pinterest immer neue Aufbewahrungsideen und bei deinem Beitrag war viel neues für mich dabei. Noch habe ich nicht so eine große Schnittmustersammlung aber es wird immer mehr und dann kann man besser im voraus schauen wie man sich organisiert. Danke für den tollen Beitrag. LG Kerstin

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Hallo ihr Lieben,
ich freue mich riesig über jeden Kommentar, jede Frage und jede (konstruktive) Kritik. Schreibt fleißig drauf los ;-)
Eure Nina