Wärmflaschenhülle mit Zopfmuster {kostenlose Anleitung}

Ich bin grad sehr gut darin meine Projektreste wegzustricken. Von meinem allerersten selbstgestrickten Pulli waren noch Unmengen Wolle übrig - ich glaube ich hab 9 Knäuel gebraucht und 15 gekauft, völlig übertrieben...aber jetzt sind es ein paar weniger. Ich wollte schon die ganze Zeit mal eine hübsche Wärmflaschenhülle stricken, denn die Wärmflasche liegt bei mir im Herbst und Winter häufig auf dem Sofa rum und sieht einfach nicht sehr schön aus mit ihrer lila Fleecehülle. Ich hab zwar mal sehr hübsche Wärmflaschenhüllen als Weihnachtsgeschenke vernäht, aber meine hat inzwischen das Zeitliche gesegnet und seither hab ich wieder die ursprüngliche Drogeriemarkthülle, die bei der Wärmflasche dabei war, verwendet. Ich hab mir also die Wollreste geschnappt (von denen natürlich immer noch was übrig ist, ich glaub nur 2 Knäuel für die Hülle gebraucht) und einfach drauf los gestrickt. Das hat so gut geklappt, dass ich direkt alles aufgeschrieben habe und euch das natürlich wie immer hier als kostenlose Anleitung zur Verfügung stelle. Die Hülle passt sehr gut auf die Standard-Wärmflaschen von Fashy, ich hab meine in der Drogerie gekauft.





Kimono Tee #2 aus Resten

Wenn ich einen schönen Stoff habe, dann muss ich ihn bis zum letzten Rest aufbrauchen, alles andere wäre Frevel! Wenn wirklich nicht mehr viel übrig ist, wie nach meinem letzten Kleid Jessy, dann geht meistens immer noch irgendwie ein Kimono Tee mit einem passenden Kombistoff. Hier war tatsächlich nicht mal mehr genug dafür übrig, aber mit einer Mittelnaht im Rückteil hat es dann doch geklappt. Ich hab das ja schonmal so gemacht, mit dem wunderschönen Blumenstoff von meinem Bonn Shirt und ich ziehe dieses Shirt so gerne an, also wollte ich unbedingt noch eines haben. Durch die Webware und den seitlichen Schlitzen in Kombination mit dem dunkelblauen Viskosejersey obenrum wirkt das gar nicht mehr wie ein banales T-shirt, sondern echt elegant. Die Schlitze waren ja eigentlich ein Versehen, weil ich beim ersten Mal nicht dran gedacht habe, dass ich ja nicht nur in das Shirt reinkommen muss, sondern dass meine Hüften vielleicht auch noch Platz drin haben sollten. Jetzt ist es eines der Hauptfeatures.

Es ist immer praktisch, wenn man etwas schonmal genäht hat. Und dann sogar einen Blogpost dazu geschrieben hat. Aber dann muss man auch auf das hören, was man da so an Weisheiten von sich gibt. Ich hab in meinem ersten Blogpost geschrieben: Näh das obere Teilung in Größe S und die untere Teilung in M, das passt dann schon. Und was hab ich gemacht?





Kleid Jessy mit Blumenmuster {La Maison Victor}

Wenn man sich meinen Blog so im Laufe der Zeit anschaut, dann sind 2 Sachen klar: Ich nähe gerne Stoffe mit Blumenmuster und ich nähe gerne immer wieder die gleichen Schnitte. Daher ist dieses letzte Projekt wenig überraschend. Es ist ein Kleid Jessy (La Maison Victor 6/2016), das ich schon 2 mal genäht habe. Das erste war ja ein ziemlicher Reinfall aber mit einer kleinen Änderung beim zweiten hat es sich zu meinem liebsten Kleiderschnitt für Crêpestoffe entwickelt. Sieht schick, aber nicht zu schick aus, kann auf Hochzeiten, Taufen, Parties, aber auch zur Arbeit oder auf Konferenzen getragen werden, der perfekte Allrounder eben. Den Stoff hab ich von meiner Freundin Bibi geschenkt bekommen, die ihn wiederum von einer anderen Freundin bekommen hat. Ich hab mich wahnsinnig gefreut, weil der so super schön ist, ich konnte es kaum glauben, dass gleich zwei Personen ihn nicht haben wollten. Vor allem, weil ich dann von Bibis Freundin gelernt habe, dass dieser Stoff ein "Kofferstoff" ist. Kennt ihr auch nicht? Anscheinend ist das Stoff, den man in den Koffer packen kann und der dann genauso wieder rauskommt. Und das trifft hier absolut zu. Dieser Stoff hält keine einzige Falte, sowas liebe ich ja, denn ganz ehrlich, wer bügelt schon gerne? Ich bin wirklich kein Freund von Viskose(jersey), den man nur schief anguckt und er kriegt Falten. 

Aber ich war am Anfang auch etwas überfordert, was ich draus machen soll. Aufgrund der Kofferstoffeigenschaft hab ich zuerst an eine sommerliche Hose gedacht, das dann aber doch wieder verworfen. Die Farben sind ein bisschen herbstlich, deswegen hab ich eine Langarmbluse in Erwägung gezogen. Aber Blusen ziehe ich einfach nicht so häufig an, meistens bin ich Frostbeule im Herbst schon in Strickpullis zu finden. Also, lieber auf Altbewährtes setzen, im Sommer liebe ich Kleider und Röcke und mit der letzten Jessy bin ich immer noch sehr zufrieden. Es gibt nicht viel zu erzählen, alles Wichtige zum Schnitt und den Änderungen findet ihr im letzten Jessy Beitrag.



Aber, was ich unbedingt betonen muss, für alle, die es noch nicht wissen: man kann sich jetzt super viele La Maison Victor Schnittmuster kostenlos auf der belgischen Seite Femmes d'aujourd'hui  herunterladen. Wie genial ist das bitte?



Pullover Ernest {La Maison Victor}

Habt ihr schon vom viralen Kordelnähen gehört? Ich bin ja nicht so sehr trendgesteuert, aber als ich das erste Reel dazu vorgeschlagen bekommen habe, war ich direkt begeistert. Man klebt einfach eine leere Garnrolle oder einen Strohhalm neben die Fadenführung der Nähmaschine, fädelt eine Kordel durch und führt sie vor dem Nähfuß über eine vorgezeichnete Linie. Die Kordel ist somit nicht im Weg und man kann einfach mit Gradstich drüber nähen. Instagram kann ja echt anstrengend sein, aber manchmal sind richtige Perlen dabei. Ich habs zuerst in einem Reel von AlejandraMezaDIY gesehen, und kurz darauf war es gefühlt überall, eine schöne Anleitung gibt es zum Beispiel auch bei Pattydoo hier.



Als nach dem letzten Jogginghosenprojekt für den Schatz, das es (noch?) nicht auf den Blog geschafft hat, ein paar Reste von dem schönen blauen Sweat und passenden Bündchen übrig waren, hab ich einen schnellen Kinderpulli-Schnitt für meine Nichte gesucht. Ich bin aktuell echt gut darin, direkt nach dem Nähen eines Erwachsenenkleidungsstücks die Reste zu Kinderkleidung zu verarbeiten und meinen Stash gut abzubauen.





Clara Cardigan

19 Grad sind echt nicht warm und schon gar nicht wenn man die meiste Zeit des Tages fast bewegungslos an einem PC sitzt. Deswegen hab ich direkt Anfang Oktober (sogar als es noch echt warm war) angefangen mein bisher wärmstes Kleidungsstück zu stricken. Nachdem ich kurz vorher ja meine letzte Jacke vollendet hatte (No Frills Cardigan, die gefühlt hundert Jahre, aber in echt nur 2 Jahre gedauert hat - mit Pausen), wollte ich "instant gratification". Den Clara Cardigan von Paula Strickt hatte ich schon eine ganze Weile auf meiner Favoritenliste, aber die Tatsache, dass er mit Nadelstärke 6,5 gestrickt wird, hat dann den Ausschlag gegeben. Im örtlichen Wollladen hab ich Wolle gefunden, Katia Super Merino (50% Polyacryl, 50% Schurwolle, 125m/100g, 6,95€), die ziemlich genau die Maschenprobe erfüllt hat, nicht furchtbar teuer und flauschig weich ist und eine schöne Farbe hat. Es gibt ein wahnsinnig großes Farbsortiment von der Wolle, aber ich wollte kein Statementpiece, sondern einen praktischen Alltagsbegleiter, der zu allem passt. Also bin ich bei einem kalten dunkelgrau gelandet.
Die ersten Reihen waren so schnell gestrickt, der Aufbau der Jacke echt mega cool und noch dazu einfach, wenn man Halbpatent mag (ich liebe es!) und für die Zunahmen folgendes Tutorial-Highlight von Paula Strickt kennt. Die Jacke wächst so wahnsinnig schnell, ich hab gefühlt alle paar Tage ein neues Knäuel Wolle gebraucht. In der Anleitung steht für Größe S 800g und ich musste sogar tatsächlich noch ein weiteres Knäuel nachkaufen, aber nur grade so anbrechen. Ich hab aber auch die Ärmel um 14 Reihen verlängert, also macht das Sinn.



Die Anleitung ist richtig gut, wie alle von Paula strickt (weshalb ich auch grade irgendwie keine Lust hab etwas von jemand anders zu stricken, außer vielleicht Petite Knit,weil die ähnlich gute Anleitungen haben...hat noch jemand eine Empfehlung?), es sind richtig viele Fotos drin, alle Techniken sind mit Fotos erklärt oder super Youtube Videos sind verlinkt. Insbesondere das empfohlene Youtubevideo zum italienisch abketten find ich klasse, endlich kann ich mir besser merken wann man was machen muss.


Klimperklein Teddyanzug

Im Herbst hab ich für meine Nichte ganz spontan einen Teddyanzug genäht. Ich bin mal wieder meine Reste durchgegangen und hab eine halb angefangene Fleecejacke aus einem wunderschönen kuscheligen Fleece (der auch mal echt teuer war) gefunden. Die Jacke hab ich vor Jahren mal angefangen, es war ein Burdastyleschnitt (1/2010 105), mit vielen Wiener Nähten. Nachdem dann das Vorder und Rückteil konstruiert war (inkl 2 echt komplizierter Nahtreissverschlusstaschen) hab ich festgestellt, dass die Jacke viel zu kurz werden würde. Verlängern war nicht möglich, bzw hätte echt komisch ausgesehen, also war ich leicht frustriert und das Projekt kam auf den „werd ich irgendwann mal was Anderes draus machen“-Stapel. (Übrigens, meine Mama hat 2016 aus dem Schnitt eine echt coole Softshelljacke genäht, wenn man ihn verlängert ist der also nicht komplett unbrauchbar).

Als ich dann eben die Reste so durchgegangen bin, fiel mir dieser Flauschefleece in die Hände und ich hatte sofort den Anzug vor Augen. Ich hab schnell das Schnittmuster in Größe 68 aus dem Klimperklein Buch „Babyleicht“ abgepaust (das geht ja zum Glück bei Kinderkleidung wirklich schnell) und der komplette Anzug hat auf die Jacke drauf gepasst. Einige Teile hab ich aus den schon vorher zugeschnittenen aber noch nicht angenähten Jackenärmeln zugeschnitten, das meiste hat aber wirklich perfekt auf den Rücken und die Vorderteile (trotz der vielen Nähte) gepasst. Das hat mich so gefreut.



Mit dem Nähen vom Anzug war ich aber nicht ganz so glücklich. Es gibt ein gutes Video dazu, in dem alle Schritte gut erklärt werden, ich hab mich aber insbesondere mit der Einfassung vom Reissverschluss und der Kapuze echt schwer getan. Ich hab das Schrägband bestimmt 2mal komplett aufgetrennt, weil ich es einfach nicht schön angenäht bekommen habe. Obwohl ich ja insbesondere in letzter Zeit für die Hundemäntel echt viel Bündchenschrägband verarbeitet habe.