16 Meine wichtigsten Nähhelfer {Teil 1}

Zu Beginn meiner Nähkarriere habe ich vorrangig Patchwork und Quilts gemacht. Dafür braucht man ein paar Utensilien, aber das Ganze ist doch relativ überschaubar (Schneidematte, Rollschneider, Patchworklineal, Quiltrahmen, Nadel, Faden). Als ich dann angefangen habe, immer mehr Täschchen und andere praktische Kleinigkeiten, und auch Kleidung zu nähen, hat sich mir eine ganze Welt von Nähhelfern aufgetan. Ich war erst einmal überfordet, hab auch viel Zeug gekauft, das nicht funktioniert hat, oder ich nicht gebraucht habe. In letzter Zeit kam ein bisschen mehr dazu, und ich habe wohl meine wichtigsten Nähutensilien gefunden. Deshalb möchte ich heute einen kleinen Überblick über meine Nähhelferlein geben. (Hier geht's übrigens zu Teil 2).

Es ist sicher nicht alles notwendig, und es gibt auch gute Alternativen zu den Dingen, die ich euch heute zeige. Ich gehe natürlich nicht auf Sachen, wie Stecknadeln oder Nähmaschine ein, die man auch zum Nähen braucht und die meisten wohl schon haben, sondern nur auf die Kleinigkeiten, die einem das (Näh-) Leben deutlich vereinfachen können. Viele Dinge habe ich von anderen Näherinnen aufgeschnappt oder auch irgendwo gelesen - hier kommt nun meine Zusammenfassung, die übrigens keine Werbung für irgendwelche Marken ist, sondern einfach nur aufzählt, was ich gerne benutze.


8 Livia

Irina hat echt Glück gehabt: Eigentlich sollte das Livia Top ja für mich sein. Dummerweise hab ich meine Rechnung ohne die Viskose gemacht, das Top fast gesprengt und leider eine neue Besitzerin suchen müssen. Aber auch ein bisschen Glück für mich, so ein hübsches Model hatte ich selten hier auf dem Blog, oder? Und dann durfte ich sogar das Fotostudio meines Vaters benutzen (sprich die weiße Wand in einer Ecke des Kellers) - echt klasse was für Möglichkeiten man da mit einer professionellen Beleuchtung hat. War schon mal ganz angenehm nicht darauf warten zu müssen, dass die Sonne nicht blendet, oder niemand durch den Hintergrund latscht.
Jetzt aber zum Top: Ich hatte sogar ein Probemodell für mich aus einfachem weißen Jersey (so Unterhemdmäßig) gemacht, das hat eigentlich auch ganz gut gepasst, aber Viskose ist leider doch was Anderes. Angefangen damit, dass es zwar leicht elastisch, aber dennoch Webware ist. Was man daran merkt, dass der Stoff mal wieder ziemlich Fäden zieht. Ich hab noch Tage später kleine bunte Fäden an den seltsamsten Orten gefunden (im Büro auf der Tastatur?!). Was ich übrigens besonders hübsch (und vor allem richtig einfach) finde, ist der mit Spitzengummiband eingefasste Ausschnitt. Unter etwas Dehnung annähen, umklappen und die Nahtzugabe mit der Cover feststeppen. Richtig easy und hat einen tollen Effekt! Werdet ihr hier in Zukunft sicher häufiger sehen!



15 Pattydoo Utensilo mit Henkeln {Mini-Tutorial}

Gastgeschenk, Housewarming Gift, der (bald bevorstehende) Muttertag...mir fallen genug Gelegenheiten zum Verschenken dieses praktischen Utensilos von Pattydoo ein. Aber das hier ist meins ;-). Ich wollte schon eine ganze Weile unsere Gästehandtücher gediegen unterbringen - Mission erfüllt. Ich hatte mal wieder genaue Vorstellungen, wie meines aussehen soll: Den grünblauen Tante Ema Stoff hab ich zu Ostern geschenkt bekommen und er passt perfekt ins Bad finde ich. Ich hab das Utensilo nach Anleitung genäht, aber mit dickerer Vlieseline gefüttert, da ich nur dünne Baumwollstoffe verwendet habe. Ich glaube, es war Thermolam, eigentlich echte Verschwendung, aber ich hatte nix Anderes da, es ist sehr standfest und unseren Handtüchern ist nun auch noch schön warm :D. Henkel sollten auch noch unbedingt dran, und weil ich dachte, es interessiert bestimmt den einen oder anderen hab ich mal mitgeknipst, wie ich die Henkel gemacht habe. Die Anleitung findet ihr weiter unten im Text.



27 Gym and Sports {Ottobre 2/2015} - oder auch die Hollister-Hose

Ich war mir eine ganze Weile unsicher, ob ich euch meine neue Sofa-Sommer-Gammel-Hose (von wegen Gym and Sports, eher Couch and Chill :D) überhaupt zeigen soll. Ist ja nur für Zuhause und war eigentlich auch nur ein Probestück aus Reststoff und Restbündchen um meine neue Cover mal an ihre Grenzen zu bringen - Taschen aufnähen, Ziernähte, Bündchenversäuberung und so. Aber als ich sie meiner Freundin gezeigt habe, und sie meinte: "Sieht aus wie von Hollister!" war ich super happy und dachte, ok, kann ich vielleicht doch zeigen. Manchmal werd ich nämlich richtig "betriebsblind" und weiß gar nicht mehr, was jetzt tatsächlich ok aussieht, und was einfach nur selbst genäht. Das muss ja nicht unbedingt was schlechtes sein, aber mein Ziel ist es doch, dass ich die Sachen, die ich nähe, auch im Kaufhaus rausgezogen, anprobiert und gekauft hätte. Nicht immer einfach, aber bis jetzt bin ich, bis auf ein paar vermasselte Sachen (die ich euch natürlich nicht gezeigt habe :D) doch ganz zufrieden.

Der Schnitt ist übrigens mein erster Ottobre-Schnitt. Nachdem ich immer soviel von der Zeitschrift gehört habe, aber ein bisschen Burda-geschädigt war, hab ich auf den ausdrücklichen Rat einer Nähfreundin doch mal zugeschlagen, obwohl ich noch nicht mal ein Projekt drin gesehen hatte, das mich direkt angesprochen hat. Aber manchmal passt dann doch alles gut zusammen, man sieht einen Schnitt (Gym and Sports), hat seinen Stofffundus vor Augen und es macht klick. Gut 7 Stunden hab ich trotzdem gebraucht, vor allem wegen ausprobieren. Die Hintertaschen, zum Beispiel, hab ich erstmal Probe genäht, da hatte ich nämlich echt kein gutes Gefühl. Sowas wellt und verzieht sich doch sofort - dachte ich! Meine liebe Cover hat sie ohne Probleme (naja fast, Füßchen nicht runterklappen = Fadenchaos) angenäht, ich bin begeistert!
Falls euch die Hose übrigens etwas groß vorkommt: ja, ich sollte einfach was Hosen angeht, nicht nach der Tabelle gehen. Laut der habe ich nämlich 42 genäht, was natürlich zu riesig war. Bisschen an den Seiten enger genäht, was leider die Vordertaschen etwas verkleinert hat, und das Bündchen an allen Seiten um 2 cm gekürzt (auch in der Höhe). Deswegen wellt sich der Stoff direkt unter dem Bündchen auch ein bisschen. Also ich merke mir: Lieber mal ne Größe kleiner wagen.


21 Kimono Tee - und mein Weg zur Cover Maschine!


Heute gibt's mal was echt Unspektakuläres hier: 2 T-Shirts! Für die meisten wahrscheinlich tatsächlich eher langweilig, aber für mich eine echte Premiere! So lange hab ich mir schon die selbstgenähten T-Shirts auf anderen Blogs und Facebook angeschaut, und hab die unterschiedlichsten Werke begutachtet. Für mich hab ich dann entschieden, dass mir das zu schwierig ist - bzw. ich einfach zu perfektionistisch. Ich hab so viele T-Shirts und Tops mit welligem Saum, abstehendem Ausschnitt und seltsam sackartiger Passform gesehen, dass ich mir gedacht habe, das kriegst du bestimmt nicht hin. Eigentlich sieht so ein Tshirt ja echt einfach aus, aber der dünne dehnbare Jersey macht das ganze doch komplizierter als man denkt. Warum ich jetzt doch 2 Shirts genäht habe? Der Urlaub und Ostern kam, ich hatte Zeit und meine Mama eine Coverlock. Also hab ich mir gedacht, wenn ich es damit nicht hin kriege, dann begrabe ich das Projekt T-Shirt, das echt lange in meinem Hinterkopf rumspukte, komplett. Aber es kam natürlich ganz anders. Ausgesucht hab ich mir ein easy Freebook von Maria Denmark, das ich schon auf verschiedenen Blogs gesehen habe, und  eigentlich immer gut aussah, was ja bei den meisten Freebooks nicht immer gegeben ist. Gute Vorraussetzungen also. Die Coverlock meiner Mutter hat mich natürlich am Anfang ein bisschen geärgert  - ja, man muss richtig einfädeln, damit kein totales Fadenchaos dabei rauskommt, und ein paar Tricks braucht man auch - Danke, Mel, für die spontanen Whatsapp-Video-Tutorials von dir :-)! Aber man bekommt ziemlich schnell ein Gefühl dafür und noch schneller ein eigenes T-Shirt. Das war echt ein kleiner Adrenalinflash bei jeder neuen schönen unwelligen Naht! Noch ein Stückchen näher am eigenen Shirt!




19 Friemelstilo

Letzte Woche hatte ich Lust mal wieder was richtig Hübsches und Verspieltes aus Webware zu nähen. Da hat es sich sehr gut getroffen, dass meine Oma Geburtstag hatte und ich noch kein Geschenk. Das sogenannte "Friemelstilo" (echt schönes Schnittmuster-Freebook, aber leider seltsamer Name) ist ein perfektes 2-3 Stunden Projekt. Man kann es wahrscheinlich auch sehr viel schneller schaffen, aber ich hab mich ein bisschen verkünstelt. Ich hab die kleine Version genäht, die etwa 28 cm breit ist. Die Unterteilung auf der Vorderseite hab ich bei 6,5 cm von der Oberkante gemessen gemacht. Meine Lieblingshäkelborte passt wie immer perfekt und die Kam-Snap Schleife darf  natürlich auch nicht fehlen.
Zum Ebook selbst lässt sich nicht viel sagen, es ist alles gut erklärt und auch für Anfänger gut geeignet, etwas friemelig (heißt das deswegen so?) sind nur die Durchgriffe, die man ordentlich bügeln und absteppen muss und das Schrägband, mit dem ich eigentlich immer auf Kriegsfuß stehe. Aber diesmal bin ich echt superstolz! Bis auf eine kleine Ecke habe ich jeweils auf der Vorderseite und der Rückseite  das Schrägband schön knappkantig getroffen. Ich hab übrigens nur Vlieseline H630 verwendet, und das Täschchen hat einen super Stand, wie man sehen kann.



6 Miro aus Strickstoff

Wer hätte gedacht, dass das der gleiche Schnitt ist wie von diesem Pulli hier? Ich finde es immer wieder toll, wie man einen Schnitt so unterschiedlich interpretieren kann. Für den Miro hier habe ich den Rest des Strickstoffs verwendet, den ich auch schon für meine Jacke Dora genommen habe, und ich bin wieder sehr zufrieden mit dem Stoff. Beim Nähen ist es zwar ratsam den ganzen Pulli auf einmal zu nähen, denn sobald man den Stoff raus holt, ist alles voll mit kleinen schwarzen Flusen und Staubsaugen dringend angebracht. Beim Schnitt habe ich die Unterteilung auf der Vorderseite weg gelassen und auch die Tasche. Weil der Strickstoff etwas dehnbarer und dünner war als normaler Sweat hab ich an den Seitennähten und den Ärmeln ein paar Zentimeter weggenommen - auch weil sich der Stoff noch etwas ausdehnt, wie ich nach Waschen und Tragen meiner Jacke gemerkt habe. Statt der Kapuze habe ich einen Oversize-Schalkragen genäht, das find ich auch echt schick. Die Ellbogenpatches waren eine kleine Herausforderung: ich habe Ellipsen mit Länge 13,5 cm und Breite 9,5 cm ausgeschnitten, mit der overlock versäubert, Vliesofix auf die rechte Seite  drauf gebügelt, sodass man die linke Seite, die ja auch ganz hübsch ist, gut sieht. Dann kam das Problem. Wie krieg ich die Dinger symmetrisch und genau auf Ellbogenhöhe angenäht?