Hundegeschirr aus Softshell

Die Zeiten für warme Hundemäntelchen sind glücklicherweise so gut wie vorbei. Aber neue Jahreszeit, gleiches Problem – gekaufte Sachen passen einfach nicht so gut. Also hab ich ein gekauftes Geschirr als Grundlage genommen und ein eigenes Schnittmuster daraus erstellt. Das hat natürlich nicht auf Anhieb perfekt funktioniert, aber die beiden Geschirre, die bisher entstanden sind, sind trotzdem sehr gut nutzbar und werden weiterhin verbessert. Beim ersten Geschirr (das blaue, Bilder siehe weiter unten) hab ich die letzten Restchen des Regenmantels verwendet und wollte einfach mal ausprobieren. Ich hab nicht mal (ganz untypisch für mich) eine Zwischenanprobe gemacht. 

Deswegen ist das blaue auch einen Ticken eng an der Brust geworden (gut, dass sich Softshell aber dehnt) und die Flügelchen sind so kurz, dass sie nicht mehr überlappen können. Bei dem rosa Geschirr wollte ich dann einige Fehler ausbessern, war aber etwas übermotiviert, sodass das ein bisschen groß geworden ist. Aber zum Glück sind beide trotz der paar Kleinigkeiten sehr gut nutzbar geworden und Lust ein drittes zu nähen hab ich auf jeden Fall. Genug Softshell ist auch noch da, dank dem großzügigen Restepaket, das mir meine Freundin Bibi geschickt hat. 

Ich hab für das Geschirr ein Seitenteil und ein Brustteil entworfen, und habe es einmal aus Softshell und einmal aus Sweat als Futter zugeschnitten. Nachdem die Teile an der Schulter bzw Seitennaht zusammen genäht sind, wird das Klettband auf den Flügelchen festgenäht (damit man die Naht später nicht sieht). 

Dann hab ich die beiden Teile links auf links gelegt und in der Nahtzugabe rundum fixiert. Als nächstes werden nur noch die Armlöcher bzw der Rand mit Bündchen eingefasst und die Geschirrschnalle mit Gurt aufgenäht. Bei dem blauen Geschirr muss ich nochmal nachbessern, da hab ich das Reflektorband nicht auf Gurtband genäht und dadurch ist das so dünn, dass es immer durch die Miniöffnung in den D-Ringen durchrutscht. Nicht gut, das Geschirr muss schließlich sicher sein, besonders wenn das kleine Muskelpaket mal wieder meint losdüsen zu müssen - wir arbeiten dran...

Ich hab außerdem die Nähte und die Stellen an denen das Armbündchen geschlossen wird unter einem Streifen Reflektorband versteckt – das muss man natürlich in der Nahtzugabe fixieren bevor das äußere Bündchen angenäht wird. Je mehr Reflektorband desto besser, vor allem bei einem schwarzen Hund - leuchtet schön im Dunklen und sieht sportlich aus.  Beim blauen Geschirr hab ich oben und unten verwechselt und alle Nähte sind jetzt oben am Hals sichtbar...Mist...

Ihr seht aber, eigentlich ist das Nähen super einfach. Die einzige Herausforderung ist, wie sehr man das Bündchen dehnen muss, damit das Geschirr schön anliegt. An den konvexen Stellen (z.B. an den Flügelchen) darf man das Bündchen gar nicht dehnen, sondern muss es so großzügig wie irgendwie möglich um die Rundung legen, damit die Flügelchen dann schön glatt liegen und sich nicht in eine Richtung wölben wie eine Schale.

Normalerweise würde ich an geraden Kanten das Bündchen kaum dehnen, das hat sich aber als falsch herausgestellt.  Beim blauen Geschirr hab ich das mal ausprobiert, das stand aber am Bauch dann ab. Ergo: auch unten am Bauch und vorne am Hals muss das Bündchen ziemlich stark gedehnt werden, damit es gut anliegt. Das funktioniert aber auch nur, wenn das Geschirr nicht in sich einen Ticken zu groß ist, so wie das zweite.

Bei dem rosa Geschirr habe ich mich am blauen orientiert, hätte aber nicht ganz so viel zugeben müssen. Deswegen sieht man da leider, dass es auch noch ein bisschen am Hals durchhängt. Naja, gut, dass die Kleine noch weiter wächst – inzwischen ist sie aber schon fast 8 Monate, viel wird es also nicht mehr werden ;). Entweder es passt bald, oder ich muss eh nochmal eins nähen.

Abgesehen von der Optik ist es aber auch egal, das Geschirr erfüllt ja trotzdem
seinen Zweck. Yvie trägt es auch wirklich sehr gerne, insbesondere, weil man es, wie ja die Mäntelchen auch, nicht über den Kopf ziehen muss. Sie muss sich einfach nur in das Geschirr stellen und man kann es einfach hoch ziehen und mit dem Klett verschließen. Damit es richtig hält, braucht man aber natürlich die Schnalle.


 

Hat sonst schonmal jemand ein Geschirr genäht? Habt ihr weitere Tipps für mich? Es macht echt Spaß sowas Kleines mal dazwischen zu schieben und ist perfekt um Reste zu vernichten.

Bis bald,
eure Nina


Verlinkt bei HandmadeOnTuesdayCreativeLovers, DvD



Blouson.jacke #3

Ein bisschen Zeit ist vergangen seit meinen ersten beiden Blouson.jacken (#1 und #2), und ich muss sagen, die beiden sind wohl die mit Abstand am häufigsten getragenen Kleidungsstücke (im Winter). Ich hab mir also schon länger eine weitere gewünscht, einfach für mehr Abwechslung. Aber mangels Stoffshopping-Möglichkeiten (ich vermeide ja Stoff online zu kaufen, wo es nur geht) hab ich das erst mal aufgeschoben. 

Bis mir dann ein (vermeintlicher) Stoff-Fehlkauf in die Finger fiel. Der gemusterte Jacquard One Love von Milliblus, der damals im Designheft zu einem superlangen Maxicardigan vernäht war. Den hab ich vor ein paar Jahren völlig begeistert ohne wirklichen Plan (aber definitiv kein Maxicardigan!) gekauft. Und als er dann zuhause lag war mir das Muster plötzlich zu grell und ich war irgendwie total abgeschreckt.

 Hab mich echt geärgert, denn die anderthalb Meter waren nicht günstig und mir ist sonst einfach kein wirklicher Verwendungszweck eingefallen. Also lag er ungeliebt rum, und ich hab oft überlegt, ob ich ihn verkaufen oder verschenken soll - bis es, wie so oft, wenn man nur lang genug geduldig wartet, Klick gemacht hat. Und innerhalb von einem Urlaubstag hatte ich plötzlich eine neue Blouson.jacke, die ich wie ihre beiden Vorgänger super gerne trage! Inzwischen mag ich das Muster vor allem in Verbindung mit dem neutralen Schwarz des Bündchens auch wieder sehr gerne und erinnere mich, warum ich am Anfang so begeistert davon war.