Hunde-Bademantel

Ich habe einen Hundebademantel genäht. Auch ein Satz von dem ich nie vermutetet hätte, dass ihr in mal auf diesem Blog zu lesen bekommt. Unter anderem, weil ich nicht mal wusste, dass Hundebademäntel existieren. Ich wäre wohl auch ohne die 200 Hundeaccounts, denen ich auf Instagram folge, niemals auf die Idee gekommen. Aber irgendwann hab ich die Frage nach einem guten Hundebademantel gesehen und viele hilfreiche Kommentare dazu. Und ich hab festgestellt, dass das doch tatsächlich eine praktische Sache wäre. Wenn wir Yvie mal baden, rubbeln wir sie sehr lang trocken, aber danach ist sie immer ziemlich klamm für ne ganze Weile. Damit sie sich nicht erkältet wurde sie bisher von uns dann in eine Decke oder ein anderes Handtuch eingewickelt, aus dem sie sich natürlich prompt wieder befreit hat.

Diese Erfahrungen und die Tatsache, dass ich noch ein bisschen Frottee von meinem Bademantel übrig hatte (zu wenig für was Neues, aber zu viel um es wegzuwerfen) haben nun zu diesem Wunderwerk der Schneiderskunst geführt: tadaaa, der Hundebademantel.

Die Basis ist natürlich mein kostenloses Schnittmuster Hundemantel Yvie, das ich aber ein bisschen angepasst habe. Ich hab Größe M genäht, aber sehr großzügig am Saum und an den Kanten ein paar Zentimeter dazugegeben. Bei der ersten Anprobe hab ich dann aber festgestellt, dass es doch etwas wenig war (das kleine Viech wächst einfach hartnäckig weiter...).



Babyset Pippa

Ich bin Patentante geworden 👶💗! Und natürlich muss das mit einem kleinen Geschenk gefeiert werden. Ich muss ehrlich sagen, ich hab mich ein bisschen schwer getan, da ich noch nie was für ein Baby genäht habe – shocking eigentlich, nach über 7 Jahren Nähblog... Aber gut, ich hab mich auf die Schwarmintelligenz der Nähcommunity verlassen und erstmal eine narrensichere Babypumphose und ein Halstuch genäht, das Babyset Pippy von Pattydoo. Nun ja, nicht unbedingt spannend für euch, aber das ist mir wie immer egal, denn das ist schließlich mein Nähtagebuch hier, ihr dürft nur netterweise mitlesen, haha.



Hundegeschirr aus Softshell

Die Zeiten für warme Hundemäntelchen sind glücklicherweise so gut wie vorbei. Aber neue Jahreszeit, gleiches Problem – gekaufte Sachen passen einfach nicht so gut. Also hab ich ein gekauftes Geschirr als Grundlage genommen und ein eigenes Schnittmuster daraus erstellt. Das hat natürlich nicht auf Anhieb perfekt funktioniert, aber die beiden Geschirre, die bisher entstanden sind, sind trotzdem sehr gut nutzbar und werden weiterhin verbessert. Beim ersten Geschirr (das blaue, Bilder siehe weiter unten) hab ich die letzten Restchen des Regenmantels verwendet und wollte einfach mal ausprobieren. Ich hab nicht mal (ganz untypisch für mich) eine Zwischenanprobe gemacht. 

Deswegen ist das blaue auch einen Ticken eng an der Brust geworden (gut, dass sich Softshell aber dehnt) und die Flügelchen sind so kurz, dass sie nicht mehr überlappen können. Bei dem rosa Geschirr wollte ich dann einige Fehler ausbessern, war aber etwas übermotiviert, sodass das ein bisschen groß geworden ist. Aber zum Glück sind beide trotz der paar Kleinigkeiten sehr gut nutzbar geworden und Lust ein drittes zu nähen hab ich auf jeden Fall. Genug Softshell ist auch noch da, dank dem großzügigen Restepaket, das mir meine Freundin Bibi geschickt hat. 

Ich hab für das Geschirr ein Seitenteil und ein Brustteil entworfen, und habe es einmal aus Softshell und einmal aus Sweat als Futter zugeschnitten. Nachdem die Teile an der Schulter bzw Seitennaht zusammen genäht sind, wird das Klettband auf den Flügelchen festgenäht (damit man die Naht später nicht sieht). 

Dann hab ich die beiden Teile links auf links gelegt und in der Nahtzugabe rundum fixiert. Als nächstes werden nur noch die Armlöcher bzw der Rand mit Bündchen eingefasst und die Geschirrschnalle mit Gurt aufgenäht. Bei dem blauen Geschirr muss ich nochmal nachbessern, da hab ich das Reflektorband nicht auf Gurtband genäht und dadurch ist das so dünn, dass es immer durch die Miniöffnung in den D-Ringen durchrutscht. Nicht gut, das Geschirr muss schließlich sicher sein, besonders wenn das kleine Muskelpaket mal wieder meint losdüsen zu müssen - wir arbeiten dran...

Ich hab außerdem die Nähte und die Stellen an denen das Armbündchen geschlossen wird unter einem Streifen Reflektorband versteckt – das muss man natürlich in der Nahtzugabe fixieren bevor das äußere Bündchen angenäht wird. Je mehr Reflektorband desto besser, vor allem bei einem schwarzen Hund - leuchtet schön im Dunklen und sieht sportlich aus.  Beim blauen Geschirr hab ich oben und unten verwechselt und alle Nähte sind jetzt oben am Hals sichtbar...Mist...

Ihr seht aber, eigentlich ist das Nähen super einfach. Die einzige Herausforderung ist, wie sehr man das Bündchen dehnen muss, damit das Geschirr schön anliegt. An den konvexen Stellen (z.B. an den Flügelchen) darf man das Bündchen gar nicht dehnen, sondern muss es so großzügig wie irgendwie möglich um die Rundung legen, damit die Flügelchen dann schön glatt liegen und sich nicht in eine Richtung wölben wie eine Schale.

Normalerweise würde ich an geraden Kanten das Bündchen kaum dehnen, das hat sich aber als falsch herausgestellt.  Beim blauen Geschirr hab ich das mal ausprobiert, das stand aber am Bauch dann ab. Ergo: auch unten am Bauch und vorne am Hals muss das Bündchen ziemlich stark gedehnt werden, damit es gut anliegt. Das funktioniert aber auch nur, wenn das Geschirr nicht in sich einen Ticken zu groß ist, so wie das zweite.

Bei dem rosa Geschirr habe ich mich am blauen orientiert, hätte aber nicht ganz so viel zugeben müssen. Deswegen sieht man da leider, dass es auch noch ein bisschen am Hals durchhängt. Naja, gut, dass die Kleine noch weiter wächst – inzwischen ist sie aber schon fast 8 Monate, viel wird es also nicht mehr werden ;). Entweder es passt bald, oder ich muss eh nochmal eins nähen.

Abgesehen von der Optik ist es aber auch egal, das Geschirr erfüllt ja trotzdem
seinen Zweck. Yvie trägt es auch wirklich sehr gerne, insbesondere, weil man es, wie ja die Mäntelchen auch, nicht über den Kopf ziehen muss. Sie muss sich einfach nur in das Geschirr stellen und man kann es einfach hoch ziehen und mit dem Klett verschließen. Damit es richtig hält, braucht man aber natürlich die Schnalle.


 

Hat sonst schonmal jemand ein Geschirr genäht? Habt ihr weitere Tipps für mich? Es macht echt Spaß sowas Kleines mal dazwischen zu schieben und ist perfekt um Reste zu vernichten.

Bis bald,
eure Nina


Verlinkt bei HandmadeOnTuesdayCreativeLovers, DvD



Blouson.jacke #3

Ein bisschen Zeit ist vergangen seit meinen ersten beiden Blouson.jacken (#1 und #2), und ich muss sagen, die beiden sind wohl die mit Abstand am häufigsten getragenen Kleidungsstücke (im Winter). Ich hab mir also schon länger eine weitere gewünscht, einfach für mehr Abwechslung. Aber mangels Stoffshopping-Möglichkeiten (ich vermeide ja Stoff online zu kaufen, wo es nur geht) hab ich das erst mal aufgeschoben. 

Bis mir dann ein (vermeintlicher) Stoff-Fehlkauf in die Finger fiel. Der gemusterte Jacquard One Love von Milliblus, der damals im Designheft zu einem superlangen Maxicardigan vernäht war. Den hab ich vor ein paar Jahren völlig begeistert ohne wirklichen Plan (aber definitiv kein Maxicardigan!) gekauft. Und als er dann zuhause lag war mir das Muster plötzlich zu grell und ich war irgendwie total abgeschreckt.

 Hab mich echt geärgert, denn die anderthalb Meter waren nicht günstig und mir ist sonst einfach kein wirklicher Verwendungszweck eingefallen. Also lag er ungeliebt rum, und ich hab oft überlegt, ob ich ihn verkaufen oder verschenken soll - bis es, wie so oft, wenn man nur lang genug geduldig wartet, Klick gemacht hat. Und innerhalb von einem Urlaubstag hatte ich plötzlich eine neue Blouson.jacke, die ich wie ihre beiden Vorgänger super gerne trage! Inzwischen mag ich das Muster vor allem in Verbindung mit dem neutralen Schwarz des Bündchens auch wieder sehr gerne und erinnere mich, warum ich am Anfang so begeistert davon war.



Hoodie Faye mit Taschen {Schnittmuster-Hack}

Wenn das erste, was du für dich selber nach einem dreiviertel Jahr nähst ein Oversize Kuschelpulli ist, dann weißt du, dass der Homeoffice Alltag dich voll im Griff hat 🙈. Aber ne, Spaß beiseite, dieser Pulli war schon lange geplant, die Stoffe warten schließlich schon seit dem Hoodie Luke, den ich für meinem Mann genäht habe, auf ihren Einsatz. Aber ich kann natürlich nicht verleugnen, dass ich in letzter Zeit doch öfter zu meinen flauschigen Oberteilen (oder denen meines Mannes) gegriffen habe, besonders bei den zuletzt sehr abwechslungsreichen Temperaturen. Und es ist natürlich auch von Vorteil, dass Sweat schon mehr als nur ein paar Runden in der Waschmaschine drehen kann, wenn die dreckigen Hundepfoten mal wieder ihre Spuren hinterlassen. Also mehr als genug gute Gründe den Hoodie endlich anzugehen. Und dass die liebe Ina von Pattydoo genau in diesem Moment ihren drölfzigsten Hoodieschnitt veröffentlich hat, hat dann den Ausschlag gegeben.

Wer sich noch an meinen Blogpost zum Hoodie Luke erinnert (ich nicht, musste nachlesen), damals hab ich erklärt, ich würde gerne eine Jacke nähen, weil ich, wie ein Kleinkind, nicht gerne dicke Oberteile über den Kopf ziehe. Aber ich hab schon lange aufgegeben einen passenden Reissverschluss zu finden, und war daher wieder zum ursprünglichen Plan Hoodie zurückgekehrt. Allerdings war ich von den Farben her beim Zuschnitt etwas eingeschränkt, grau hatte ich kaum noch was übrig, rot dafür noch eine ganze Menge. Daher war ich ganz erfreut, dass es für die Faye sehr gut reicht, bei der Nelly (ebenfalls von Pattydoo und zuerst in der engeren Auswahl) wäre das nicht der Fall gewesen.





Regen-Hundemantel Yvie

So, bevor der Frühling vollends Einzug hält, zeige ich euch noch schnell meinen dritten Hundemantel Yvie (nach meinem kostenlosen Schnittmuster). Er ist in Größe M genäht und auch wieder (bis auf das Geschirr) komplett aus Resten. Meine liebe Freundin Bibi hat mir Softshellreste geschickt und dieser blaue Regensoftshell hat witzigerweise auch noch perfekt zu einem Reissverschluss gepasst, den ich mal fälschlicherweise bestellt habe. Nur zu lang war er natürlich wieder, weswegen ich ihn einfach schnell gekürzt habe. 

Der Mantel in Größe M fällt auf den Fotos (die auch schon wieder über einen Monat alt sind, upsi...) etwas weit aus, denn ich hab ihn extra größer genäht, damit er noch eine Weile passt. Dabei hab ich auch gemerkt, dass die kleine Yvie deutlich mehr in die Länge wächst, als in die Breite, daher muss ich mal schauen, wie die nächste Größe so an ihr ausfällt, oder ob ich sie direkt schmäler nähe. Die Anpassungen sind ja zum Glück super einfach.

Übrigens, das Schnittmuster wurde inzwischen von einigen nachgenäht, was mich sehr freut. Karin hat sogar einen Blogpost dazu geschrieben, sie hat ebenfalls Größe M für ihre schon ausgewachsene Bullylady genäht und es hat echt gut gepasst. Hier findet ihr ihren Blogpost und Fotos davon, alle anderen Versionen werde ich euch fortlaufend im Tutorial-Blogpost verlinken. Schickt mir also gerne Fotos und Infos zu euren Werken.
 

Das Geschirr hab ich versucht farblich etwas anzupassen und hab blaues Reflektorband und eine knallblaue Schnalle bestellt. Ich hab das Geschirr dieses Mal nicht verstellbar gemacht, denn das war bisher irgendwie nicht nötig gewesen. Bevor ich das Geschirr hätte verstellen müssen, war Yvie schon wieder rausgewachsen. Allerdings hab ich es so festgenäht, dass ich die Naht jederzeit auftrennen kann, und das Geschirr etwas größer machen kann.



Schnüffelteppich für den Hund selbst machen

Auf gewissen Plattformen wird mir seit die kleine Yvie bei uns eingezogen ist vorwiegend Werbung für Hundeprodukte angezeigt. Mal mehr, mal weniger sinnvoll, aber immernoch besser als die davor vorherrschende Flut an Werbung für Hygieneprodukte... Bei den Anzeigen für diverse Schnüffelteppiche war ich aber direkt dabei – eine coole Idee um dem Hund ein bisschen Abwechslung zu bieten, den Futtersuchtrieb zu befriedigen und Schlingen zu verhindern. Und das Näschen wird auch ein bisschen gefordert, das macht schön müde. 

Was mich aber gleich an dem Produkt angesprochen hat: die Matte kann man genauso gut selber machen und das sogar ohne einkaufen zu gehen (zumindest, wenn man ein so gut gefülltes Nähzimmer mit vielen Resten hat, wie ich🙈). Man braucht aber auch wirklich nicht sehr viel, ein großes Stück Filz, ein paar Fleece und Softshellreste (gab es ja zu Genüge nach der Mäntelchen Nähaktion) und ein Stück Antirutschunterlage (auch vorhanden, ein Rest der Meterware, die wir vor kurzem unter einen neuen Teppich gelegt haben). 



Hundemantel Yvie Schnittmuster

Mit einiger Verspätung löse ich mein Versprechen ein und präsentiere: die Anleitung fürs Hundemäntelchen! Die Nachfrage war groß und ich versuche dem Ganzen gerecht zu werden. Bitte bedenkt, dass das hier ein „Laien-Schnittmuster“ ist, ich bin keinesfalls eine gelernte Schnittdirectrice, sondern habe hier nur etwas zusammengeschustert, das meinem Hund sehr gut passt - und euren hoffentlich auch. Inzwischen ist die kleine Yvie 5 Monate alt und trägt schon ihr drittes Mäntelchen (auf den Fotos seht ihr sie mit 17 Wochen, 5,8kg und sie trägt Größe S). Ich habe mir einige Maße von anderen Frenchies geben lassen und habe festgestellt, dass Yvie doch eher zu filigraneren Sorte gehört. Sie ist sehr schmal, allerdings sitzen die Mäntelchen auch eher locker an ihr. Unten beschreibe ich aber, wie ihr auch für anders gebaute Hunde das Schnittmuster anpassen könnt. Es sollte demnach nicht nur für französische Bulldoggen passen. Wichtig ist dafür, dass ihr erstmal ein Probeteil aus Sweat oder Fleece näht, den Reissverschluss einheftet und schaut, wie er an eurem Hund sitzt. Bitte nehmt in keinem Fall einen undehnbaren Stoff, es soll ja schön flexibel sein, damit der Hund gut rennen und toben kann. Habt ihr einen Welpen, ist es nicht dramatisch, wenn das Probeteil sehr locker sitzt, der oder die Kleine wird sicherlich noch reinwachsen. Bei einem ausgewachsenen Hund könnt ihr ruhig etwas rumprobieren, bis ihr den perfekten Sitz gefunden habt. Ihr könnt das gesamte Mäntelchen mit einer normalen Nähmaschine nähen, man braucht also keine Overlock dafür. 

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

WICHTIG! Bitte lies die Anleitung einmal KOMPLETT durch, bevor du Zubehör bestellst und anfängst zu nähen! Lass dich aber nicht von den vielen Schritten und dem ganzen Text abschrecken, ich hab einfach nur versucht alles so gut wie möglich zu dokumentieren.

!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


Los geht’s mit der Anleitung. Das Schnittmuster in 7 verschiedenen Größen könnt ihr HIER kostenlos herunterladen. Ich habe die einzelnen Größen wie folgt aufgeteilt.