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20 Jacke Kelopuu Nr. 2 / Versäubern mit Ripsband {Tutorial}

Da ich ja meine letzte Kelopuu so liebe hab ich nicht lange gezögert und noch eine genäht! Dieses Mal aus dunkelblau meliertem Strickfleece von Michas Stoffecke, sehr kuschelig muss ich sagen. Und aus den Kommentaren zur letzten Jacke hab ich rausgehört, dass ihr gerne ein bisschen genauer sehen wollt, wie die Versäuberung mit dem Ripsband genäht wird. Deswegen hab ich während dem Nähen ein paar Fotos gemacht und kann euch ein kleines Tutorial dazu zeigen.

Zur Jacke selbst noch kurz: Ich hab eigentlich alles genau gleich gemacht, wie bei der ersten, nur den Saum der Kapuze hab ich nicht wie vorgegeben zugeschnitten, sondern hab ab der Kante insgesamt 4 cm zum Umschlagen gelassen. So haben die Ösen mehr Platz und die Cover beim Feststeppen auch. Dieses mal hab ich auch Paspeltaschen dazugenäht, weil ich es doch sehr praktisch finde und auch einfach gerne meine Hände in den Taschen vergrabe. Bei der ersten Kelopuu hab ich auch ein bisschen ein Phantomtaschenproblem. Ich suche mit den Händen nach den Taschen, aber es sind keine da. Vielleicht näh ich da mal noch welche dran. Nach meinem ersten eher missglückten Paspeltaschenversuch bin ich diesesmal echt ein bisschen stolz, denn sie sind mir supergut gelungen. Da blitzt kein bisschen Taschenfutter raus und grade und symmetrisch sind sie auch.

So, jetzt aber zum Tutorial. Ich versuche alles so zu erklären, dass ihr die Technik theoretisch auch an einer beliebigen anderen Jacke anwenden könnt. Ich hoffe es verwirrt nicht, dass ich teilweise halbe Zahlen eingefügt habe, aber ich hab später noch mehr Bilder gemacht und mir gedacht, je mehr Bilder, desto besser :).



Ihr braucht:


21 Jacke Kelopuu {Ottobre 5/2014}

Die Ottobre Oberteile, die ich bis jetzt genäht habe (Faded Stripes und Melange Knit), haben ein paar Sachen gemeinsam: sie fallen ungemein groß aus, haben überschnittene Ärmel und ich liebe sie einfach! Da macht meine neue Sweatjacke Kelopuu keine Ausnahme, wobei das sicher nicht an den ersten beiden Gemeinsamkeiten liegt. Inzwischen weiß ich aber, dass ich mindestens eine Größe kleiner als in der Tabelle angegeben nähen muss und die überschnittenen Schultern stören mich jetzt auch nicht so (wobei ich normale doch lieber mag). Hier finde ich passen sie sogar echt gut zum lässigen Look. Ich habe eine 36 genäht, wobei ich in der Tabelle bei einer 38 liegen würde. Die 36 sitzt jetzt schön bequem und locker und das, obwohl der verwendete Sweat vom Stoffmarkt sogar fast gar nicht dehnbar ist. Inzwischen nähe ich also aus der Ottobre ohne groß zu gucken nur noch die 36. Von der echt langen Anleitung habe ich mich eine ganze Weile abschrecken lassen. Die Anleitungen der Ottobre sind zwar nicht so dürftig wie die aus der Burda, aber super einfach fand ich das was ich gelesen habe nun auch nicht. Aber nach gefühlt zwei Stunden intensiven Anstarren der beiden Bilder von der Kelopuu und wirklich sorgfältigem Lesen der Anleitung während dem nähen hat es dann doch sehr gut geklappt. Der größte Teil der Anleitung geht für die (von mir weggelassenen) Paspeltaschen drauf, für die hätte ich aber eh ein gutes Video gehabt und gar nicht erst angefangen die Anleitung zu lesen. Ein bisschen hab ich gebraucht bis ich das Ripsband (anscheinend auch unter dem Namen Nahtband bekannt) hatte.



23 Ottobre Cardigan Melange Knit {Mini-Tutorial}

Ich hab den Namen des Cardigan aus der Ottobre 2/2015 ziemlich wörtlich genommen. Das Ding heißt Melange Knit, dann wirds auch aus einem Melange Knit. Mir hat das Designbeispiel aus der Zeitschrift so gut gefallen, dass ich auf dem Stoffmarkt wie eine Wilde nach einem schönen melierten Strickstoff gesucht habe. Ich hab schon fast aufgegeben, denn alles was ich gefunden habe, waren melierte Strickstoffe mit Glitzer. Bin ich ja erstmal nicht dagegen, aber die waren viel zu kratzig durch die Glitzerfasern. Ich brauch weich, angenehm fallend und leicht. Sonst, so hab ich mir gedacht, wirkt der Schnitt bestimmt nicht. Früher hab ich mich immer gegen lange Cardigans gewehrt, weil das angeblich den Hintern betont und die Taille nicht. Inzwischen find ich sie aber so schön lässig, dass mir das grad egal ist. Und ob es überhaupt stimmt - keine Ahnung...Jedenfalls trage ich häufig Strickjacken, weil ich immer was Schnelles zum Überziehen brauche. Diese Strickjacke hab ich eigentlich viel zu spät genäht. Sie wäre perfekt für den Sommer, da sie so dünn ist, dass sie bei den aktuellen Temperaturen nicht wirklich viel an Wärme hergibt. Aber der nächste Frühling und Sommer kommt ja bestimmt. Ein kleiner Nachteil an diesem superleichten Stoff (die ganze Jacke wiegt vielleicht 200g) ist, dass man ihn nicht so gut über langärmeligen Shirts tragen kann. Die Ärmel sitzen dann komisch, der Stoff "klebt" an dem unteren Stoff fest und das Weiche, Fließende, das man an den nackten Armen so gerne spürt ist einfach weg. Aus anderen Stoffen könnte ich mir das Jäckchen auch gut vorstellen, aber ich denke der Stoff sollte einen gewissen "drape" haben. Wie übersetzt man das denn am besten? Er sollte halt schön fallen oder ein bisschen Gewicht mitbringen, nicht so fest und steif sein.


25 Sporthose Daily Routine {Ottobre 5/2015}

Ab und zu darf es bei mir ruhig mal etwas verrückter zugehen, auch im Kleiderschrank. Und beim Sport sowieso. Da braucht man schließlich gute Laune um sich überhaupt aufzuraffen - und beim Zumba, meiner Lieblingssportart (kann man das so nennen?) gehen crazy Muster und bunt ja immer. Ich find den schwarz blau gemusterten Lycra, den ich auf dem Stoffmarkt als Coupon gefunden habe, total cool - da gehen die Meinungen aber auseinander, wie ich inzwischen festgestellt habe. Meine Eltern sind wohl eher der Ansicht, wenn ich in die 80er gebeamt würde, ich würde nicht auffallen. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, bin ich mir noch nicht sicher. Von "der Stoff sieht echt geil aus" und "den Stoff finde ich nicht schön" hab ich in meinem offline Bekanntenkreis schon ein paar Variationen gehört, deswegen bin ich jetzt echt gespannt, wozu ihr tendiert.
Die Sporthose Daily Routine aus der Ottobre 5/2015 hab ich mir zum Fahrradfahren, Zumbaen und Squashen für die kalte Jahreszeit genäht und bin sehr zufrieden, den Praxistest hat sie nämlich letzte Woche im Hollandurlaub schon bestanden: 40 km durchs zugige Zeeland geradelt und perfekt gekleidet.
Fake Yoga auf Wellenbrechern - alles friert bei schnuckeligen 12 Grad, nur die Beine nicht. Ziel erreicht.
Ich hab die Hose aus Double Face Lycra in 38 genäht, 36 hätte aber auch locker gereicht, sie könnte sogar noch ein bisschen enger sitzen, an den Beinen schlägt sie ganz leichte Falten. Ich musste auch ordentlich enger nähen, damit die 38 jetzt sitzt, vor allem an der Schrittnaht, vorne und hinten oben. Ich hab aber auch bei Kaufhosen häufig das Problem, dass hinten in den Bund noch locker die quergestellte Hand rein passt. Aber das ist das Schöne beim Nähen, sowas ist ganz schnell angepasst, da der Bund ja noch nicht angenäht ist. An den Waden hab ich auch bis zu den Knien hin sicher 2 bis 3 cm wegnehmen müssen, weil sie da etwas schlabberig war. Für die Variante das über die Zeit hinweg mit Muskeln aufzufüllen bin ich trotz toller Hose nicht motiviert.


14 Faded Stripes {Ottobre 2/2015}

Erst mal viiiielen Dank für eure überwältigende Reaktion auf mein Tutorial zum Skater Dress von letzter Woche! Vielen Dank für die vielen lieben Kommentare, freut mich sehr, dass es auch so gut gefällt. Heute gibt's leider noch nicht die zweite Version des Skater Dress, dafür aber etwas sommerlich Schickes.
Das Faded Stripes Tshirt aus der neuen Ottobre 2/2015 wird in der Zeitschrift sehr sportlich präsentiert, zusammen mit der Gym and Sports Hose (hier gezeigt). Auf den ersten Blick sieht man leider auch die unterteilte Schulter mit der kleinen Passe nicht, erst auf der technischen Zeichnung (Nummer 17) eröffnen sich die Möglichkeiten des Schnittes. Ich wollte schon lange gerne mal mit Spitze rumprobieren, und da hat sich der Schnitt perfekt dafür angeboten. Der Schnitt ist relativ ähnlich zum Kimono Tee - mit der Passe und dem runden Ausschnitt ist er aber doch anders genug, dass ich ihn gerne mal ausprobieren wollte. Grauer Jersey  und Spitze hatte ich zum Glück vorrätig, das mag ich besonders gerne, wenn man direkt loslegen kann.


27 Gym and Sports {Ottobre 2/2015} - oder auch die Hollister-Hose

Ich war mir eine ganze Weile unsicher, ob ich euch meine neue Sofa-Sommer-Gammel-Hose (von wegen Gym and Sports, eher Couch and Chill :D) überhaupt zeigen soll. Ist ja nur für Zuhause und war eigentlich auch nur ein Probestück aus Reststoff und Restbündchen um meine neue Cover mal an ihre Grenzen zu bringen - Taschen aufnähen, Ziernähte, Bündchenversäuberung und so. Aber als ich sie meiner Freundin gezeigt habe, und sie meinte: "Sieht aus wie von Hollister!" war ich super happy und dachte, ok, kann ich vielleicht doch zeigen. Manchmal werd ich nämlich richtig "betriebsblind" und weiß gar nicht mehr, was jetzt tatsächlich ok aussieht, und was einfach nur selbst genäht. Das muss ja nicht unbedingt was schlechtes sein, aber mein Ziel ist es doch, dass ich die Sachen, die ich nähe, auch im Kaufhaus rausgezogen, anprobiert und gekauft hätte. Nicht immer einfach, aber bis jetzt bin ich, bis auf ein paar vermasselte Sachen (die ich euch natürlich nicht gezeigt habe :D) doch ganz zufrieden.

Der Schnitt ist übrigens mein erster Ottobre-Schnitt. Nachdem ich immer soviel von der Zeitschrift gehört habe, aber ein bisschen Burda-geschädigt war, hab ich auf den ausdrücklichen Rat einer Nähfreundin doch mal zugeschlagen, obwohl ich noch nicht mal ein Projekt drin gesehen hatte, das mich direkt angesprochen hat. Aber manchmal passt dann doch alles gut zusammen, man sieht einen Schnitt (Gym and Sports), hat seinen Stofffundus vor Augen und es macht klick. Gut 7 Stunden hab ich trotzdem gebraucht, vor allem wegen ausprobieren. Die Hintertaschen, zum Beispiel, hab ich erstmal Probe genäht, da hatte ich nämlich echt kein gutes Gefühl. Sowas wellt und verzieht sich doch sofort - dachte ich! Meine liebe Cover hat sie ohne Probleme (naja fast, Füßchen nicht runterklappen = Fadenchaos) angenäht, ich bin begeistert!
Falls euch die Hose übrigens etwas groß vorkommt: ja, ich sollte einfach was Hosen angeht, nicht nach der Tabelle gehen. Laut der habe ich nämlich 42 genäht, was natürlich zu riesig war. Bisschen an den Seiten enger genäht, was leider die Vordertaschen etwas verkleinert hat, und das Bündchen an allen Seiten um 2 cm gekürzt (auch in der Höhe). Deswegen wellt sich der Stoff direkt unter dem Bündchen auch ein bisschen. Also ich merke mir: Lieber mal ne Größe kleiner wagen.