6 Näh ich mir! {App Beta-Test}

Eine kleine unfreiwillige Blogpause gibt es hier grade. Ich bin leider nicht im Urlaub, sondern hab einfach nur richtig viel zu tun, sodass es im Nähzimmer und auf dem Blog ruhig geblieben ist. Aber ganz kann ich mein liebstes Hobby natürlich nicht ruhen lassen und hab mich deshalb sehr gefreut, als ich die Mail mit der Frage bekam, ob ich Beta-Tester für die neue "Näh ich mir!" - App sein will. Na klar! Wer hätte daran denn mehr Spaß, als eine nähende Softwareentwicklerin, haha?
Das wichtigste zuerst, hier bekommt ihr die App: Google Playstore Näh ich mir App.

Übrigens: ich hab nichts für diesen Beitrag bekommen, die App ist und wird nach Aussage der Macher kostenlos und werbefrei bleiben. Alles hier ist meine persönliche Meinung und weder ich noch die Macher verdienen Geld mit dem was wir tun.

Jetzt aber zum wichtigsten, der App: Sie ist noch im Aufbau und läuft auch nicht immer komplett störungsfrei (wobei das, wie wir raus gefunden haben, vor allem bei mir aufgetreten ist, und bei sonst niemanden, ich bin mal wieder special, haha). Aber, was ich bisher gesehen habe, hat mich wirklich begeistert.

Die erste tolle Funktion ist die Stofflädenkarte. In der App sind so viele Stoffläden inklusive Öffnungszeiten auf einer Google Maps Karte für Deutschland, Österreich und die Schweiz hinterlegt und alle wurden von Hand noch einmal überprüft. Stellt euch mal die Arbeit vor! Ich hab mir das mal für Freiburg anzeigen lassen und es hat wirklich keiner gefehlt. Die Läden kann man auch bewerten und Rezensionen verfassen, was echt super praktisch ist. Ich freu mich jetzt schon auf unsere Reise nach Berlin und Leipzig im September, da werde ich die Funktion nochmal genauer testen. Ich hoffe bis dahin gibt es schon richtig viele User, die die Stoffläden kommentiert haben, damit ich besser weiß bei welchem ich anfangen soll ;).


Die nächste coole Funktion ist eine Übersicht über alle Maße, die man von einer Person oder sich selbst genommen hat. Man kann mehrere Profile anlegen, richtig viele Maße hinterlegen und kriegt auch noch Tipps, wo man genau messen sollte. Auf ein Ende der Zettelwirtschaft! (Bei mir kleben meine Maße grade tatsächlich als Post-it an meinem Bildschirm zuhause, Schande über mich. Und die meiner Freundin, für die ich schon öfter was genäht habe, hab ich glatt verloren...).


Der Community Aspekt ist natürlich auch nicht zu verachten. Man kann sich ein Nutzer Profil anlegen, ein paar Infos über sich selbst und seinen Nähmaschinen Fuhrpark angeben und ein paar Fragen beantworten. Das ist natürlich cool, denn wenn die Community wächst hat man doch mehr Infos als nur ein paar Insta Bilder oder einen Blog, wo man diese knackigen Informationen selten auf einen Blick findet.

Das waren jetzt mal die aktuellen Hauptbestandteile der App, ABER da ist noch mehr in der Mache. Und jetzt seid ihr gefragt:

Schreibt hier in den Kommentaren, was ihr gerne in der App integriert haben möchtet! 

Da noch alles am Anfang ist können wir als Community hier richtig Einfluss nehmen! Wenn ihr die Idee einer Näh-App gut findet, dann unterstützt Nadine und Manu, die hinter der App stecken, indem ihr euch die App runterladet, euch registriert, die Funktionen nutzt und, ganz wichtig, euer Interesse signalisiert. Denn wenn wir dahinterstehen, dann sind sie auch bestimmt super motiviert noch mehr coole Features umzusetzen! Denn was ich wirklich beeindruckend finde: die App ist komplett werbefrei und kostenlos, die zwei machen das in ihrer Freizeit! Als Softwareingenieurin weiß ich wieviel Arbeit hinter so einem Projekt steckt und kann nur meinen Hut ziehen und euch motivieren eure Ideen für die App als Kommentar zu hinterlassen.

Ich hab mir natürlich selbst auch schon ein bisschen Gedanken gemacht, was ich cool fände als neue Features:
  • Vielleicht eine Plan-Möglichkeit für zukünftige Projekte, sowas wie: Was für Material brauche ich, was hab ich schon daheim etc, das suche ich noch... 
  • Die Möglichkeit für Stoffläden Tags zu hinterlegen, z.B. Borten, Jersey, Schnittmuster, Prym, sodass man direkt schauen kann, was die Stoffläden im Angebot haben. Das müsste natürlich jeder Stoffladen selbst angeben, oder aber die User, die schonmal dort waren. 
  • Eine Katalogisiermöglichkeit für Stoffe und Schnittmuster: wenn man was Neues gekauft hat, kann man das einer Art virtuellem "Stash" ebenfalls mit Tags und evtl einem Foto hinzufügen,und kann später leichter suchen, was man eigentlich zuhause hat. Das ist natürlich Aufwand auch für den User, aber wenn mans mal hat und pflegt...Die Möglichkeiten ;-)
  • Einen Timer, den man pro Projekt starten kann, um mal zu schauen, wie lange man eigentlich wirklich für dieses super aufwändige Projekt gebraucht hat oder um zu checken ob das "schnelle" Shirt wirklich in 30 min genäht ist (bei mir niemals, haha!). Das wäre nur eine kleine Spielerei, fände ich persönlich aber witzig :-)
So, was würdet ihr euch wünschen? Und werdet ihr die App ausprobieren? Ich bin gespannt!
Bis bald,
eure Nina

12 Breathless Rock #2

Ich bin komplett uninspiriert, was ich euch über diesen Rock erzählen soll. Ich hab ihn genäht, also darf er auf den Blog, ist schließlich mein Tagebuch und da soll es keine Ausnahmen geben, nur weil ich nix Spannendes zu schreiben habe. Und wer weiß, wahrscheinlich guckt ihr euch eh nur die Bilder an, haha. Aber genau darum geht es schließlich: Bilder von Nähbeispielen. Ich freu mich immer, wenn ich zu einem potentiellen Schnittmusterkandidaten so viele Bilder wie möglich finde. Aus unterschiedlichen Stoffen und mit unterschiedlichen Mustern. Wirkt schließlich immer irgendwie anders.
Ok, genug darüber philosophiert, warum es sinnvoll ist, einen Blogpost zu machen. Ist immer sinnvoll, Punkt. Dafür mehr Facts: Das Schnittmuster ist wieder der Breathless Skirt von Miss Rosi, den ich euch vor kurzem schonmal hier in einem gemusterten schwarzen Viskosejersey gezeigt habe. Ich war totally in love, wollte also unbedingt noch einen ungemusterten. Dunkelblau geht immer, wie ich auch an meinem Stoffschrank gesehen habe: wie konnte es so weit kommen, dass ich geschlagene 6 unterschiedliche – aber immer dunkelblaue - Viskosejerseys gehortet habe?



4 T-Shirt Valentina {La Maison Victor}


Den "perfekten" T-shirt Schnitt zu finden ist nicht so einfach, vor allem, wenn man ein paar super gut sitzende, gekaufte Shirts zuhause hat. Ihr kennt diesen Stil vielleicht: locker sitzend, aber trotzdem tailliert, kurze Ärmel, die nicht eng anliegen, sondern ein klitzekleines bisschen abstehen und ein schöner (Rundhals-)Ausschnitt. Einen super tollen eng anliegenden Basic Shirt Schnitt hab ich ja mit der Raphaela, die ich schon unzählige Male genäht habe, gefunden und da hab ich auch gemerkt, dass es wirklich viel wert ist einen variierbaren "Grundschnitt" zu haben um darauf aufzubauen. Und so einen wollte ich jetzt auch für ein lässigeres Shirt haben. Ich hab wirklich lange gesucht, bis ich überhaupt einen Schnitt gefunden habe, der mir von Anfang an vielversprechend erschien. Ich hab mir das neu erschienene Katja Shirt von Muckelie angeguckt (sieht sehr gut aus, aber war mir zu oversized in den Nähbeispielen, da hatte ich Angst, dass es zu schwer wäre die passende Größe auszuwählen). Das kostenlose Deer and Doe Plantain Shirt, auf das viele schwören, gefiel mir auch gut, hatte aber nicht die passenden kurzen Ärmel und ist ausgestellt ab der Taille. Gut gefallen hat mir auch das Lark Tee von Grainline Studios, aber huch, 16$ für einen T-shirt Schnitt? (Wahrscheinlich ist ers wert, aber manchmal bin ich doch ein bisschen Sparfuchs.) Das T-shirt #swag von FashionTamtam fällt auch in die Kategorie, war mir auf den ersten Blick aber einen Ticken zu weit für meine Anforderungen. So ging das noch eine ganze Weile weiter, alles wurde verworfen und im Endeffekt bin ich mal wieder auf der La Maison Victor Sammelseite LMVcollection.ovh gelandet.






7 Ginger Capri-Hose

Man könnte denken immer wieder das gleiche Schnittmuster zu nähen, würde langweilig werden. Das ist bei der Ginger Jeans von Closet Case Patterns definitiv nicht der Fall! Man kann kleine Änderungen einbauen, andere Verarbeitungsmethoden ausprobieren und die Stoffwahl trägt natürlich ihr Übriges dazu bei, dass es immer spannend bleibt.
Nach meiner letzten Ginger Jeans (einer Mid Rise Blue Jeans) war mein Fazit: Perfekter Sitz, aber leider nur im Stehen. Hinhocken war nicht drin und Sitzen wurde mit der Zeit auch unbequem, weswegen ich sie im Frühling radikal gekürzt habe (siehe Insta-Post). Mannomann, da ist mir echt ganz flau geworden, als ich die Beine abgeschnitten habe. Aber, ich hab draus gelernt, dass die nächste Ginger aus deutlich dehnbarerem Stoff genäht werden muss. Bei unserem kurzen Aufenthalt in Singapur im Mai hab ich mir nicht nehmen lassen, die Stoffläden in Chinatown zu besuchen. Bei Brighton habe ich diesen wundervollen, olivfarbenen, elastischen Stoff gefunden.

Mehr als „Stoff“ kann ich leider nicht zu sagen, denn es stand nicht dabei, was genau es ist. Er ist auf jeden Fall sehr dehnbar (lässt sich von 20 cm auf ca 25-26 cm dehnen = 25% Stretch, nicht zu verwechseln mit dem Elasthangehalt) und ist auch relativ dünn, so typischer „Caprihosen-Stoff“.
Deswegen war auch direkt klar, was daraus wird: Eine Caprihose, oder auch Dreiviertelhose. Die trage ich im Sommer einfach super gerne zur Arbeit.


11 Kleid Jessy Nr 2 {La Maison Victor}

Was passiert, wenn mal ein Kleidungsstück so richtig in die Hose geht, hab ich euch vor kurzem hier erzählt. Zur Erinnerung, beim ersten Versuch waren die Schultern bzw. die Träger zu weit auseinander, der Ausschnitt hat geklafft, und generell war das Ding einfach zu weit. In dem Fall hat das Kleid ja zum Glück eine neue Besitzerin bekommen. (Wie übrigens auch schon bei diesem Pulli geschehen, der zu klein war. Ihr seht es lohnt sich mit mir befreundet zu sein, haha. Zumindest wenn die Failrate so bleibt). Auf jeden Fall wollte ich nicht ganz bei diesem Schnittmuster aufgeben und hatte ja auch noch einen wunderschönen Crêpestoff, ebenfalls von Stoff und Stil aus München, der für ein zweites Kleid vorgesehen war. Nach ein paar Monaten Ruhepause hab ich der Jessy also nochmal eine Chance gegeben.
Ich hab das Probeoberteil, das ich schon für das erste Kleid gemacht habe solange angepasst bis es nicht mehr ganz so super weit saß, ich mich aber trotzdem noch drin bewegen konnte: ich hab jeweils vorne und hinten in der Mitte 4(!) cm rausgenomnen, insgesamt die Weite also um 8 cm reduziert. An den Seiten hab ich auch nochmal zur Taille hin etwas abgeschrägt, wahrscheinlich ca 4 cm.
 



6 Kleid Jessy {La Maison Victor}

Viele von euch LeserInnen, die oft hier vorbeischauen oder vielleicht einfach nur über Google hier gelandet sind, könnten den Eindruck haben, dass alles, was ich nähe, immer super wird. Ich zeige hier schöne Kleidungsstücke, mäkle ab und zu über kleine Unperfektheiten oder Fehlerchen, die ich beim nächsten Mal besser machen will. Dass hier aber oft genug Sachen in einer Kiste der Schande enden, weil sie überhaupt nicht passen, der Stoff so schwierig zu vernähen war, dass ich aufgegeben habe oder mir die Farbe an mir gar nicht gefällt, kann schon mal unter den Tisch fallen. Ich finde es aber wichtig zu betonen: nicht alles, was ich anfange, klappt, nicht alles, was fertig wird, sieht gut aus und darf auf den Blog. Nähen ist ein Hobby, dass sehr viel Geduld erfordert und eine hohe Frustrationsgrenze. Bei dem Kleid, das ich euch heute zeige war die Frustration besonders hoch. Warum es sich manchmal lohnt die Flinte nicht direkt ins Korn zu werfen, wie das Kleid trotzdem fertig wurde und jetzt nicht an mir sondern an meiner lieben Freundin Bibi von mississbibi.com gezeigt wird, muss ich euch jetzt mal genauer erzählen.





7 Bohemian Summer in Bali

Dieses Kleid war wohl Schicksal. Als ich im März in Weil am Rhein beim Stoffmarkt war, ist mir dieser Stoff auf dem Coupon Tisch in die Hände gefallen. Die Farben und das Muster haben mich sofort dieses Kleid vor Augen sehen lassen und ich wusste: das passt doch perfekt zu unserem anstehenden Urlaub auf Bali im Mai. Stoff eingepackt - und dann zuhause rum liegen lassen. Da war ja noch der eher ungeplante Urlaub vor dem Urlaub in Dubai gewesen und ein paar andere unvorhergesehene Wochenendaktivitäten und schon wurde die Zeit knapp. Ich hab also in meinem Kopf aufgegeben, mein Motto dieses Jahr ist nämlich Entschleunigung und das beinhaltet auch spontanen, eher stressigen Nähplänen, auch bekannt als "fixe Ideen", nicht nachzugeben. Ich hab also versucht mit mir im Reinen zu sein, den Stoff nicht mehr anzuschauen und einfach zu akzeptieren, dass es doch kein Bali Kleid geben würde. Aber dann kam Bibi zu Besuch und ich hab tatsächlich das ganze Kleid an dem Wochenende vor dem Urlaub genäht, an dem ich a) insgesamt 6 Leute als Übernachtungsgäste hatte, b) eine Geburtstagsfeier zuhause geschmissen haben und c) meine Eltern zu Besuch waren. (Bitte denkt jetzt nicht ich war ein schlechter Gastgeber, haha. Ich bin nur gut im Pausen nutzen 😛).