11 Shirt Raphaela mit Curry Streifen

Habt ihr schonmal gelb hier auf dem Blog gesehen? Ähm, nein ich auch nicht. Und auch nicht in meinem Kleiderschrank. Ich war immer der Meinung, dass die Farben Gelb, Senf oder Curry da nicht hingehören, weil das "schwierig" mit meinem Hautton zu vereinbaren ist. Stellt sich raus, dass es in kleinen Dosen aber ganz ok ist. Was mich sehr freut, denn ich mag die Farbe an anderen total gerne und finde sie so schön herbstlich.
Den Stoff habe ich von Traumbeere aus Berlin, deren Stand ich schon vom Stoffmarkt kenne. Über den Laden bin ich ganz zufällig gestolpert, eigentlich wollte ich zu Stoff und Stil und wusste gar nicht, dass die direkt nebenan sind. Der Jersey ist eher etwas dicker, dafür aber sehr dehnbar, sodass ich mein Basic Schnitt Raphaela mit angepasstem Vorderteil wie immer in 36 nähen konnte.
Man könnte meinen, mir würde das irgendwann langweilig werden, aber nein, bisher sieht ja jede anders aus und die Herausforderungen bleiben auch nicht aus.
Denn das erste Mal, seit ich mit Streifenstoff arbeite, hat sich ein richtig doofer Fehler eingeschlichen. Beim Zuschnitt bin ich beim Bruch legen um einen Streifen verrutscht, sodass Vorder- und Rückenteil nicht mehr perfekt aufeinander gepasst haben und hinten die Streifen minimal schief laufen - seht ihrs auf dem rechten Foto? Mann, hab ich mich geärgert, als ich das festgestellt habe. Zum neu zuschneiden war nicht mehr genug Stoff vorhanden, ich kaufe immer nur 90cm, das reicht wunderbar für so ein Top.

Ich hab den Fehler so gut wie möglich "versteckt", den Versatz sieht man jetzt nur noch am Saum vom Rückenteil. Sowas würde mich niemals vom Tragen abhalten, aber ärgerlich ist es schon.
Vor allem, wenn man sich mit den Streifen so viel Mühe gibt, ich hab dieses Mal sogar alle Teile erst mit großem Stich geheftet und dann geoverlockt, damit die Streifen so gut wie möglich passen. Das hat auch gut funktioniert, nur die Heftfäden hinterher wieder rauszuziehen ist ein bisschen Arbeit. Notiz an mich selbst: nächstes mal Kontrastfaden verwenden, dann geht das sicher schneller.

 
 Eigentlich wollte ich, weil die "Konsistenz" des Stoffes so nach Bandeinfasser schrie, mit der Cover den Ausschnitt einfassen, blöd nur, dass das mit gestreiftem Stoff mit so dünnen Streifen eher unmöglich aussah. Immer ist der Stoff des Einfassstreifens unter dem Coverfuß ein kleines Stückchen verrutscht, sodass man dann doch noch gelb durchlugen sah. Also wieder abgetrennt und ein normales schlichtes Bündchen dran. Das gefällt mir auch gut, vor allem in so schmal.




Das Top macht mich echt happy, denn es lässt sich erstaunlich gut kombinieren. Besonders mit einem blauen gekauften Sweat-Blazer trage ich es total gerne. 
Was meint ihr zu meinem ersten zaghaften Gelb-Experiment? Mehr davon? Vielleicht sogar mal in komplett gelb? 

Bis bald, 
eure Nina

Verlinkt bei MeMadeMittwochSewLaLaAfterworkSewing

2 Burda Dirndl {Gast Post}

Letztes Jahr hat meine Mama so ein tolles Dirndl genäht, und ich hab sie natürlich sofort überredet es auf dem Blog zu zeigen! "Sofort" übersetzt sich hier übrigens zu "ein dreiviertel Jahr später", weil dann passts ja besser zur Jahreszeit...
Ich bin ganz motiviert von ihrem schönen Dirndl und irgendwann wird es auch eins für mich geben, denn ich finde die so toll. Blöd nur, dass hier in Südbaden so wenig Gelegenheiten zum Dirndl tragen aufkommen, sodass der Drang bisher noch nicht so groß war 😉

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Es passierte im Frühjahr vor einem Jahr. Wir waren zum Geburtstag eines lieben Freundes eingeladen, bei dem als Dresscode „Dirndl oder Tracht“ möglich war. Dirndl war seit fast 50 Jahren kein Thema mehr für mich gewesen. Als Kind hatte ich ein wunderschönes Dirndl, das ich auch gerne trug, aber als Erwachsenene …?

Bei dem Fest habe ich traumhafte Dirndl in allen möglichen Ausführungen gesehen und nach einem Besuch auf dem Canstatter Wasen war klar: gekaufte Dirndl passen oder gefallen mir nicht oder sie sind sündteuer – aber ich will so eines haben! Also, mit Ninas tatkräftiger Unterstützung ans Werk. Auch hier konnte ich wieder erfahren wie toll Bloggerinnen einander mit Tipps und Tutorials unterstützen. Die Videotutorials von La Bavarese waren Gold wert, das Schnittmuster für das Dirndl 150 von Burda schnell gekauft, zusammengeklebt und vorbereitet.




10 Jeans nähen: 10 Tipps

Nach meinem Beitrag zur neusten selbst genähten Jeans letzte Woche hab ich wirklich viele Nachrichten und Kommentare von euch bekommen – Danke dafür! Aber leider haben ganz viele von euch mir geschrieben, dass sie gerne eine Jeans nähen würden, sich aber noch nicht trauen. Oder ihr habt sogar gefragt, ob ihr euch denn überhaupt trauen sollt. Meine Antwort zu dem Thema ist ganz klar: JA! Traut euch!

Es gibt nicht viele Sachen, die man beim Jeans nähen falsch machen kann und damit ihr das auch seht, hab ich euch mal die häufigsten "Fehler" zusammen geschrieben, die mir eingefallen sind, bzw die ich ALLE in meiner „Jeans-Karriere“, die nun immerhin schon 4 Stück (plus eine kurze Hose) zählt, gemacht habe. Damit will ich euch natürlich nicht entmutigen, sondern meine Erfahrungen mit euch teilen und euch zeigen, dass es nur ein paar kleiner Tipps und Tricks bedarf um zu einem tollen Ergebnis zu kommen.

Ich habe vorrangig Ginger Jeans genäht, sowie eine Maritime Shorts, die ähnlich wie Jeans genäht wird, aber die meisten Tipps lassen sich eins zu eins auf andere Schnittmuster übertragen. Und übrigens: Obwohl ich bei allen Jeans kleine Fehler gemacht habe, sind alle was geworden! Ohne Ausnahme kann ich alle Jeans tragen, die eine liebe ich etwas mehr als die andere, aber das ist ja bei gekauften Jeans genauso. Und das beste: mit jeder weiteren hab ich ein bisschen was dazugelernt. Das heißt, die einzige Art und Weise herauszufinden, ob das Jeans nähen was für euch ist, ist anzufangen. Und mit diesem Gedanken geht es nun auch direkt los:


Tipp Nr 1: Keine Angst vor den Arbeitsschritten haben.


Der erste und größte Fehler überhaupt: Viele haben Angst überhaupt erst anzufangen, und ich kann das verstehen, ging es mir schließlich genauso, wenn ich nur an den Reissverschluss gedacht habe. Aber da muss ich euch sagen: Ihr braucht keine Angst vor der Technik haben, die Arbeitsschritte sind wirklich nicht schwieriger als bei vielen anderen Kleidungsstücken oder Taschen. Ich hab zum Beispiel viel mehr Respekt vor einer Bluse, da die wichtigsten Stellen rund ums Gesicht sind, wo jeder hin schaut – bei einer Hose kann man im schlimmsten Fall einfach ein Shirt drüber ziehen, und keiner sieht den schief sitzenden Knopf oder den unperfekten Bund mehr.

Ich kann euch versprechen ihr werdet euch ab und zu am Kopf kratzen und 3 mal über die Anleitung lesen, vielleicht auch mal eine Naht trennen, aber am Schluss werdet ihr eine Jeans haben. Und der Reissverschluss ist übrigens auch keine Ausrede – der sieht von außen kompliziert aus, aber ein Schritt nach dem anderen und plötzlich ist er fertig.

https://vervliestundzugenaeht.blogspot.com/2018/07/ginger-capri-hose.html
Klick aufs Bild um zum Blogpost zur Capri Hose zu gelangen



21 Ginger Jeans in Schwarz

25% Stretch sind die magische Zutat für die perfekte Ginger Jeans - zumindest für mich!
Vor ein paar Monaten hab ich eine oliv-farbene Ginger Capri Hose genäht, ihr erinnert euch? Da hatte ich relativ stretchigen Stoff verwendet, ebenfalls mit 25%  (was übrigens bedeutet, dass sich 20 cm Stoff aus der Mitte des Stoffs
auf 25 cm dehnen lassen) und ich hab im Sommer praktisch in dieser Hose gelebt. Endlich eine High Waist Ginger, die super gut passt UND bequem ist. Meine Low Waist Version war etwas lockerer geschnitten, da war es auch mit nicht ganz so dehnbarem Stoff bequem, und ich trage die Hose echt häufig, aber auch da würde ich mir wünschen, ich hätte sie etwas skinnier machen können.
Nach dem Erfolg mit der Capri, hatte ich Hummeln im Hintern rauszufinden, ob ich das wiederholen kann. Wenn man einmal was richtig Gutes genäht hat, heißt das ja nicht unbedingt, dass es mit einem anderen Stoff genauso gut wird. Also hab ich versucht einen möglichst ähnlichen zu finden  - und dann hatte ich sogar einen im Stoffschrank! Bei Stoff und Stil hatte ich letztes Jahr, direkt nachdem mir meine erste High Waist Jeans zu eng war (die Beine sind inzwischen abgeschnitten und die Jeans zur Shorts umfunktioniert, weil sie an den Beinen einfach zu unbequem war), nach dehnbareren Stoffen gesucht, und auf gut Glück diesen Stretchtwill mit 5% Elasthan mitgenommen. Der hier ist der gleiche Stoff, nur in navy, meinen schwarzen (Art Nr 420405)  gibt es online gerade nicht.





3 Ribba Rahmen zur Hochzeit

Ende August waren wir auf einer überragenden Hochzeit! Und ich muss sagen, ich war echt streberhaft unterwegs und hatte das Geschenk schon ganze 3 Wochen vor dem Hochzeitswochenende fertig. Als hätte ich geahnt, dass der ganze August vollgepackt werden würde und ich keine Zeit fürs Basteln finden würde. Da die frisch Vermählten nächstes Jahr ins Eigenheim ziehen, sollte das Geschenk eine kleine finanzielle Unterstützung sein, und wie man das für Hochzeiten so macht, sollte es natürlich auch ganz liebevoll verpackt sein.

Ich wusste schon von Anfang an, als ich über eine Geschenkidee nachgedacht hatte, dass ich gerne einen Ikea Ribba Rahmen gestalten würde. Ich bin schon seit Ewigkeiten in einer Facebook Gruppe zum Thema, hatte aber noch nie so wirklich die Motivation. Ich finde, man muss da arg aufpassen, dass die Rahmen nicht ins Kitschige abdriften und war anfangs noch etwas verzweifelt, wie denn das Innenleben gestaltet werden sollte. Mein Ziel war es nämlich, dass die zwei den Rahmen vielleicht auch nach der Hochzeit noch in dem neuen Haus aufhängen können. Die Bastelei sollte also nicht nur für die Hochzeit sein, der Rahmen sollte auch als Spardose benutzt werden können, indem man durch eine kleine Öffnung Geld hineinwirft. 




1 Reissverschlusszähnchen entfernen leicht gemacht {Tutorial}

Ein ganz schnelles, spontanes Tutorial gibt es heute für euch - aber dafür mit Video! Ich muss ja sagen, ich bewundere alle Youtuber und Blogger, die Videos machen. Das ist gar nicht so einfach. Trotzdem bin ich mit unserem Minivideo ganz zufrieden, denn ich denke man erkennt ganz gut, wie man super einfach und schnell die Zähnchen von einem Plastikreissverschluss entfernen kann. Das braucht man ja insbesondere beim Jacken nähen immer wieder und bisher hatte ich immer Angst mir dabei den Reissverschluss kaputt zu machen - aber das ist jetzt vorbei! Das schicke pinke Reissverschlussstück hier ist übrigens noch ein Rest, der von meiner Susan Softshelljacke übrig geblieben ist, die ich euch letztens gezeigt habe.



Der Trick wird euch im Übrigen heute von meinem Schatz präsentiert, den ich ja zum Glück immer wieder anhauen darf, wenn es um Sachen geht, die Zangen beinhalten - Kam Snap Zangen, wenn ich nicht genug Kraft habe um durch 3 Schichten Stoff zu kommen, Prym Zangen für diverse Knöpfe, die super halten sollen oder normale Zangen um Reissverschlusszähnchen rauszureißen. Aber dann hab ich doch gestutzt, als der Schatz innerhalb von 2 Minuten 10 Zähnchen entfernt und kein einziges Mal geflucht hat  Und hab mir zeigen lassen, wie er das gemacht hat.



14 Softshelljacke Susan

Ich hab zwar schon einen Parka, einen Anorak und eine Lederjacke in den letzten...ääähm...18 Monaten genäht, aber noch ne Jacke geht schon noch, oder? Ich weiß nicht, was es ist, warum ich so heiß aufs Jacke nähen bin, aber ich versuch mal den Reiz zu erklären: Slow Sewing erstmal. Also langsames, Schritt für Schritt Befolgen einer Anleitung über mehrere Tage hinweg.
Finde ich irgendwie total entspannend. Und gleichzeitig auch spannend, denn obs was wird, weiß man wirklich erst am Schluss, wenn die letzte Naht beendet ist (Absteppen am Kragen kann schon noch einiges versauen...). Dann natürlich, dass kaum jemand denken würde, dass eine Jacke selbst genäht ist. Schon gar keine Lederjacke, oder Softshelljacke. Das hat so etwas Befriedigendes, wenn man das fertige Stück in Händen hält und es kaum von einer gekauften Jacke aus dem Sportladen oder besser noch Designershop zu unterscheiden ist. Und, dass man sich so richtig kreativ austoben kann. Wo man welche Absteppung hinsetzt, hat man ja auch schon bei der Lederjacke gesehen, kann viel ausmachen oder wo welche Reissverschlüsse hinkommen und wie das Innenleben versäubert wird. Das sind so ein paar Dinge, die mich immer wieder aufs Jacke nähen zurück kommen lassen.


Als letztes Jahr die Jacke Susan von Pattydoo rauskam, war ich schnell begeistert. Sah genauso aus, wie ich mir eine Softshelljacke vorstellen würde. Und es gibt ja viele Pros bei Pattydooschnitten: sie sind günstig (hallo, 2,99€ für eine Jacke!?), trotzdem qualitativ super hochwertig (ich sag nur ausführliches Video, in dem jeder Schritt genauestens vorgemacht wird) und das Beste: diese riesige Community in der jeder Schnitt, hundert, wenn nicht gar tausendfach genäht wird und man so auf ein unglaubliches Schwarmwissen zugreifen kann.