2 Rock Sacré-Cœur

Wenn ein Schnittmuster angepriesen wird mit: „In nur einer Stunde fertig genäht“, dann lach ich nur innerlich und verdreifache die Zeit. Manchmal brauch ich alleine eine dreiviertel Stunde, bis ich einen Saum ordentlich genäht habe .
Aber, true story, für diesen Rock hab ich wirklich nur anderthalb Stunden gebraucht (und ja, die meiste Zeit ging fürs Säumen drauf, haha).
Es gibt ein kostenloses Tutorial für den Paperbag Waist Rock namens Sacré-Cœur auf der französischen Seite Les Coupons de Saint Pierre, aber keine Angst, Google Translator und die Bilder reichen aus um alles zu verstehen. Abgesehen davon, dass der Rock nicht nur super schnell fertig ist, ist er auch noch einfach zu nähen - absolut geeignet für komplette Anfänger. Die größte Herausforderung für mich war das Zuschneiden, da sich die Streifen beim Vorwaschen ziemlich verzogen haben. Wobei Zuschneiden da auch ordentlich übertrieben ist, man muss ja nur die Kanten oben und unten gerade abschneiden.

Zählt das jetzt eigentlich schon als Zero Waste Schnittmuster? Man hat ja schließlich so gut wie keinen Verschnitt, denn der Rock ist nur ein gerafftes Rechteck. Kann ich mir mal wieder selbst auf die Schulter klopfen: Stash abgebaut (die gewebte Viskose hab ich vor Jahren mal bei Stoff und Stil gekauft), kaum Müll produziert und ein hübsches Röckchen genäht. Nice!




13 Lady Topas aus Azulejos-Stoff

Inzwischen wisst ihr ja schon, dass ich luftige Sachen im Sommer bevorzuge. Im Winter darf es gerne mal eng anliegend sein (ich bilde mir ein das wäre wärmer), aber im Sommer: möglichst wenig Stoff-Haut-Kontakt. Luftiger Viskosejersey ist dafür natürlich perfekt. Diesen hübsch gemusterten Stoff, der an die portugiesischen Azulejo Fliesen angelehnt ist, habe ich im Frühjahr bei Karstadt (ArtNr: 004 2246116497114) gefunden und war direkt begeistert. Einziges Problem: Er ist hauchdünn. Leider gibt es ja eine „Mini“-Diskrepanz zwischen dem, was ich gerne trage und was ich gerne vernähe...hab ich euch ja schon beim letzten  MeMadeMittwoch erklärt, als ich euch meine neue Viskose Bluse vorgestellt habe.

Aber, Halleluja, ich hab das perfekte Schnittmuster für solche Stoffe gefunden: Die Lady Topas von Mialuna (ein für unser Online-Näh-Universum-Verhältnisse „uraltes“ Schnittmuster – ich hab es 2016 schonmal genäht und trage es immer noch so oft! ). Die Vorteile dieses Schnittmusters bei solchen federleichten Stoffe sind offensichtlich: Man muss sich nicht abmühen ans Shirt ein Bündchen zu nähen, das sich beim leichtesten Dehnen sowieso einrollt...und am Schluss bekommt man einen labbrigen oder zu sehr gerafften Ausschnitt. Bei der Lady Topas nimmt einem die Passe die ganze Arbeit ab, zum Glück. Einzig die Armausschnitte müssen eingefasst werden. Da die aber ziemlich grade sind, ist das nicht wirklich schwer.




8 Ein neues Nähzimmer


Ein neues Nähzimmer! Das hat sich meine Mama gewünscht, nachdem wir Kinder nun alle endgültig ausgezogen sind. Davor hatte sie ein nettes aber etwas ungemütliches Zimmer im Keller und ich hab ihr schon lange gesagt, warum nimmst du nicht eins der alten Kinderzimmer und gestaltest es als schönes Nähzimmer um? 

Es hat ein bisschen gedauert, aber nachdem ich ihr per 3D Zeichnung gezeigt habe, wie schön alles aussehen könnte, ging es dann doch ziemlich schnell. Ich hab die ganzen Möbel und den Grundriss des Zimmers mit dem Programm Sketchup maßstabsgetreu „nachgebaut“ und ihr ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten gezeigt, wie wir die bestehenden und ein paar neue Möbel stellen könnten. Das war wirklich ausschlaggebend, denn oftmals fällt es ja nicht leicht ein schon lange bestehendes Zimmer "aufzulösen" und etwas völlig Neues damit zu machen. Es hat ein paar Anläufe gebraucht bis wir die perfekte Aufteilung gefunden hatten, dafür war es wirklich hilfreich, dass wir mit dem Programm die Möbel hin und her schieben konnten, bis alles am "richtigen" Platz stand. Das virtuelle Betreten des entstehenden Nähzimmers war wirklich cool, man bekommt sofort ein Raumgefühl. Dank der knöchelhohen Fensterbänke und der Heizkörper mussten wir beim Planen ein bisschen aufpassen, aber so wie es jetzt geworden ist, ist sie super zufrieden - und ich auch, muss ich doch bei Besuchen jetzt nicht mehr in den Keller um schnell was zu nähen, hehe.



Wir haben viele Ideen aus meinem Nähzimmer (ausführlicher Blogpost siehe hier) übernommen und ein paar Möbel upcyclen können. 


2 Tragetasche für Blechkuchen {Tutorial+Plotter Freebie}

Die besten Ideen sind ja meiner Meinung nach immer die, die einem spontan kommen, weil man sie genau in dem Moment braucht. So wars auch bei meiner Kuchenblechtragetasche. Ich wollte wie immer mit der Bahn zur Arbeit fahren, hatte aber schon den Geburtstagskuchen gemacht und hab mich gefragt, ob ich es nicht vermeiden kann nur wegen dem Kuchen das Auto zu nehmen. Für runde Kuchen habe ich einen Container zum Tragen, aber für meinen Blechkuchen (hmm, Erdbeer-Rhabarber!) hatte ich keine passende Transportmöglichkeit. Unter den Arm klemmen ist definitiv keine Option ;-).
Ich hab also schnell gegoogelt, denn Kuchentragetaschen hab ich schon einige im Netz gesehen. Allerdings immer nur für runde Kuchenformen, für Blechkuchen hab ich nichts gefunden. Mit Maßband und Kuchenblech ausgerüstet hab ich mich in mein Nähzimmer begeben, ein bisschen gerechnet und dann nach Stoffresten gesucht. Der hübsche Canvas mit Chevronstreifen von hier war noch von einem Gardinenprojekt vor ein paar Monaten übrig (leeeicht verschätzt mit der Länge des benötigten Stoffs) und der Rest hat genau gepasst.



Ein Plot passend zum Kuchenmotto musste natürlich auch drauf und nachdem ich auch hier online nicht fündig geworden bin, hab ich es einfach selbst designt. Wenn euch die Vorlage gefällt könnt ihr sie gerne hier als png oder studio3 Datei downloaden und für eure Projekte mit Kuchenthema verwenden.


9 Bluse Ina

Wenn ich Viskose in den Fingern habe, denke ich immer: „Ja, den Stoff will ich unbedingt vernähen, das wird sooo schön.“ Und wenn ich Viskose unter der Nähmaschine habe, denke ich immer: „Was hat mich nur geritten? Das ist sooo nervig!“ Und wenn das Stück dann fertig ist, bin ich meistens wieder versöhnt. Dieses Mal war es nicht ganz so furchtbar, weil ich aus den Malen davor gelernt habe. Meine anderen Viskoseversuche haben sich entweder schon in ihre Einzelteile aufgelöst, weil ich irgendwo eine Stelle vergessen habe zu versäubern (Donna Bluse) oder ich ärgere mich jedes Mal über die kleinen Unperfektheiten, wie verzogene Blenden (Bree Bluse). Deshalb hab ich genau darauf besonders geachtet:
  • Ich hab vor dem Nähen wirklich jedes einzelne Teil komplett versäubert, damit ich nicht aus Versehen einen Faden ziehe, oder sich das Teil beim Waschen auflöst.
  • Ich hab mit einer super dünnen Nadel genäht.
  • Ich hab den Obertransportfuß verwendet, damit sich keine Wellen beim Absteppen bilden – ist euch diese schöne Ausschnittblende aufgefallen?




4 Frau Josy mit Pailletten

Ein bisschen Bling-Bling aber nicht zu sehr – das ist genau meins. Deswegen haben mich die Pailletten wohl auch so angesprochen, die glitzern nämlich nicht wie die meisten. Sie sind einfach matt, aber sehen trotzdem ein bisschen schick aus. Ich hab sie mir so lange aufgespart, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wo sie her sind. Macht aber nix, jetzt haben sie endlich ihren Auftritt. Ich hatte schon ziemlich Respekt davor, hab noch nie mit Pailletten genäht, weswegen ich mir gut überlegt habe, welches Schnittmuster sich dafür eignet. Es sollte eines sein, wo nicht allzu viel Paillettenstoff gebraucht wird – der ist nämlich relativ schwer. Ein Shirt aus dem kompletten Stoff und ich würde wohl aussehen wie in einem Kettenhemd. Und so schwer wie eine halbe Ritterrüstung wäre das gute Stück dann auch sicher.
Mir ist zum Glück sofort die Frau Josy von Fritzi und Schnittreif in den Sinn gekommen, denn die habe ich schon zweimal genäht (Version von 2016 und von 2017) und trage sie sehr gerne. Der Clou: Das Ärmelteil kann man wunderbar mit speziellem Stoff gestalten, denn es hat den Vorteil, dass man die Nahtzugabe nirgends umklappen muss, denn es hat keinen Saum. Die Ärmel sind mit einer Art Hochklappbündchen versehen, unter dem die versäuberte Kante des Paillettenstoffs perfekt verschwindet.






3 Macramee-Wandbehang & Ikea-Hack für Besta


Heute gibt es ein „Gesamtkunstwerk“ von mir und meinem Schatz: Er hat diesen coolen Schrank (einen richtigen Ikea-Hack 😉) gebaut und ich hab den Macramee-Wandbehang gemacht. Super, wenn man sich gegenseitig so schön ergänzen kann, oder?

Fangen wir erstmal mit dem Schrank an: Für unseren Flur wollte ich einen Ersatz für unseren alten Schubladenschrank, den wir zu Studentenzeiten mal geschenkt bekommen haben. Wir haben eine ganze Weile gesucht (er offline im Möbelgeschäft, ich online auf Pinterest und Instagram). Als ich diesen Beitrag von Gingered Things gefunden habe, wusste ich: sowas in der Art will ich auch. Ich mag ganz gerne geschlossene Schränke, das sieht immer so ordentlich aus, aber ein paar offene Ablagen finde ich auch sehr praktisch. Nur mit dem Holz hab ich ein bisschen gehadert: gutes Holz zu finden ohne gleich richtig viel Geld zu zahlen ist gar nicht so einfach. Umso erstaunter war ich, als wir bei toom auf ein Holz stießen, dessen Name mir jetzt partout nicht mehr einfallen will – der Name war ziemlich ungewöhnlich. Es ist auf jeden Fall richtig schön hell und war gar nicht teuer, 60 Euro für 2 große Stücke, die vor allem nicht aus mehreren Brettern zusammengeleimt sind. Wir haben es abgeschliffen, geölt und der Schatz hat alles montiert. Die Korpen sind von Ikea (Besta for the win!), die Griffe waren bei einem Ikea Pax von meinen Eltern übrig geblieben – die kann man leider nicht einzeln kaufen.