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8 Pullover Estelle

 Love at first sight - so kitschig muss ich leider meine Gefühle diesem Lochmuster-Pullover gegenüber äußern. Ich hab die ersten Fotos des Designs bei Paula von Paulastrickt (meiner Lieblingsdesignerin, wie man vielleicht merkt, siehe meine bisherigen Werke...) gesehen und war begeistert von dem schlichten, aber eleganten Lochmuster. Und das beste: ich hab noch nie Lochmuster gestrickt, also noch ein guter Grund die Anleitung zu kaufen und was neues zu lernen. Ich hab erstmal Wolle (Agone Linie 496, Farbe 02) im lokalen Wollladen gekauft, die eigentlich auch sehr gut gepasst hat, die Maschenprobe war perfekt von den Maßen, aber das Lochmuster kam einfach nicht so schön raus, wie auf den Fotos in der Anleitung, es sah ein bisschen flach aus. Deswegen hab ich dann doch klein beigegeben und genau die gleiche Wolle bestellt, wie im Original verwendet. Ich hab immer ein bisschen das Gefühl, dass es "gecheatet" ist, wenn man 1:1 das gleiche macht, aber es hat mir einfach so gut gefallen, und ich hatte schon beim Anker Sweater und beim No Frills Cardigan gute Erfahrungen damit gemacht die Originalwolle zu nehmen. Man hat ja immer noch genug damit zu tun die richtige Größe zu wählen und die Anleitung korrekt zu befolgen. Und nach meiner nicht ganz so guten Wollentscheidung beim Clara Cardigan (der pillt so...aber ich trag ihn trotzdem gern!), wollte ich dieses Mal auf Nummer sicher gehen. Die Wolle von Gepard Garn, Puno und Kid Seta, jeweils Farbe 142, gemeinsam gehalten ist nicht günstig. Ich hab 6 bzw 3 Knäuel gebraucht und es hat wirklich grade so gereicht und mich über 100€ gekostet. Ich hab noch 4 g Kid Seta und 11g Puno übrig, das war eine Punktlandung. Ich hab mich aber auch ran getastet, da sich der Pullover noch deutlich in der Länge dehnt nach dem Blocken. Ich hab einfach in regelmäßigen Abständen Lifelines eingezogen und solange gestrickt, bis die Wolle für Ärmel und Körper so gut wie weg war. Bevor ich die Bündchen gestrickt hab, durfte der Pulli ein Bad nehmen und er ist tatsächlich, wie auch in der Anleitung beschrieben um einige Zentimeter gewachsen. Notizen zu den finalen Reihenanzahlen gibt es übrigens auch auf meinem Ravelry.





13 Clara Cardigan

19 Grad sind echt nicht warm und schon gar nicht wenn man die meiste Zeit des Tages fast bewegungslos an einem PC sitzt. Deswegen hab ich direkt Anfang Oktober (sogar als es noch echt warm war) angefangen mein bisher wärmstes Kleidungsstück zu stricken. Nachdem ich kurz vorher ja meine letzte Jacke vollendet hatte (No Frills Cardigan, die gefühlt hundert Jahre, aber in echt nur 2 Jahre gedauert hat - mit Pausen), wollte ich "instant gratification". Den Clara Cardigan von Paula Strickt hatte ich schon eine ganze Weile auf meiner Favoritenliste, aber die Tatsache, dass er mit Nadelstärke 6,5 gestrickt wird, hat dann den Ausschlag gegeben. Im örtlichen Wollladen hab ich Wolle gefunden, Katia Super Merino (50% Polyacryl, 50% Schurwolle, 125m/100g, 6,95€), die ziemlich genau die Maschenprobe erfüllt hat, nicht furchtbar teuer und flauschig weich ist und eine schöne Farbe hat. Es gibt ein wahnsinnig großes Farbsortiment von der Wolle, aber ich wollte kein Statementpiece, sondern einen praktischen Alltagsbegleiter, der zu allem passt. Also bin ich bei einem kalten dunkelgrau gelandet.
Die ersten Reihen waren so schnell gestrickt, der Aufbau der Jacke echt mega cool und noch dazu einfach, wenn man Halbpatent mag (ich liebe es!) und für die Zunahmen folgendes Tutorial-Highlight von Paula Strickt kennt. Die Jacke wächst so wahnsinnig schnell, ich hab gefühlt alle paar Tage ein neues Knäuel Wolle gebraucht. In der Anleitung steht für Größe S 800g und ich musste sogar tatsächlich noch ein weiteres Knäuel nachkaufen, aber nur grade so anbrechen. Ich hab aber auch die Ärmel um 14 Reihen verlängert, also macht das Sinn.



Die Anleitung ist richtig gut, wie alle von Paula strickt (weshalb ich auch grade irgendwie keine Lust hab etwas von jemand anders zu stricken, außer vielleicht Petite Knit,weil die ähnlich gute Anleitungen haben...hat noch jemand eine Empfehlung?), es sind richtig viele Fotos drin, alle Techniken sind mit Fotos erklärt oder super Youtube Videos sind verlinkt. Insbesondere das empfohlene Youtubevideo zum italienisch abketten find ich klasse, endlich kann ich mir besser merken wann man was machen muss.


15 Ankers Sweater

Was kommt nach dem ersten Strickpulli? Klar, der zweite! Ich war so happy mit dem Ergebnis des ersten und so motiviert, dass ich mir direkt im Anschluss wieder ein Projekt ausgesucht habe. Ich hab viel überlegt und war ehrlich gesagt etwas überfordert mit der ganzen Auswahl an Strickmustern und mit der Wahl der Wolle. Beim ersten Pulli wars ja einfach, weil das Projekt mit der Made and Worn Website perfekt für meine Maße und meine Wolle konfiguriert war. Also hab ich beschlossen es erstmal einfach zu halten und hab mir ein super einfaches Strickmuster ausgesucht und direkt auch die Originalwolle bestellt. Man muss sich ja nicht gleich völlig aus dem Fenster lehnen.

Das Strickmusterlabel PetiteKnit ist vielleicht vielen hier bekannt und auch für den Ankers Sweater, den ich ausgewählt habe finden sich super viele Beispiele im Netz. Ich werde euch trotzdem von meinen Erfahrungen berichten.

Bezüglich der Wolle hab ich wie gesagt die Wolle verwendet, die auch für den Originalpulli verwendet wurde, die Anina von Filcolana. Die gibt’s natürlich nicht in jedem Wollgeschäft, das war aber zu dem Zeitpunkt eh egal, denn die Wolle hab ich während dem Lockdown online bei Tinkus Strickparadies (sehr guter Shop!) bestellt. Das war auch ein Grund ein niedriges Risiko einzugehen, denn wenn ich schon online bestellen muss, dann wenigstens eine vom Strickmusterersteller gewählte Wolle. Ich hab lange überlegt welche Farbe es werden soll. Hell sollte sie auf jeden Fall sein, damit das schöne Muster der Passe gut zur Geltung kommt. Und weil mir das Designbeispiel so gut gefallen hat, hab ich einfach die gleiche Farbe (Oatmeal) ausgewählt. Vielleicht etwas langweilig, aber für mich war es schon spannend genug, ob ich wirklich durchhalte einen ganzen Pulli (fast) nur mit rechten Maschen zu stricken, oder ob mir das langweilig werden würde, da wollte ich wenigstens das fertige „Produkt“ schon direkt vor Augen haben, als Motivation sozusagen. 



14 Michen Jumper von Made and Worn - mein erster Strickpullover

Was ist euer Traum-Projekt? Etwas vor dem ihr euch ein bisschen fürchtet, aber eigentlich echt Lust darauf habt? Um das ihr schon jahrelang herumschleicht, aber doch nie anfangt, weil es ja schief gehen könnte? Bei dem so viele Fragezeichen im Raum stehen, dass es unmöglich scheint überhaupt anzufangen?
Für mich war das bis jetzt definitiv ein selbstgestricker Pullover.

Ich hab immer die Strickpullis von anderen bewundert und einmal sogar Wolle gekauft, hab angefangen, aber bin an der Anleitung, die 10 verschiedene Maschenarten verwendet hat, gescheitert. Ich hab es 3 Mal versucht und immer war ein Fehler drin, oder ich hab den Überblick verloren. Die Wolle liegt immer noch als Mahnmal in meiner Wollschublade und guckt mich vorwurfsvoll an.

Egal, ich wollte nicht aufgeben, und hab also weiterhin die Augen offen gehalten, und gehofft, dass mich vielleicht irgendwann die perfekte Anleitung für Anfänger anspringt. Und tatsächlich – auf Instagram hatte ich ja letzten Winter die coole App von Made and Worn gefunden und hab eine perfekte Mütze für meinen Schatz gestrickt (ernsthaft, er liebt diese Mütze, sie sitzt so gut). Es war so einfach zu diesem perfekten Ergebnis zu kommen, erst eine Maschenprobe mit dem Muster stricken, die Maschenprobe und den Körper ausmessen und die Maße in die App eingeben. Und schon kommt eine personalisierte Strickanleitung heraus. Über die App wird man bei jeder Runde an die Hand genommen, so kann wirklich nichts schief gehen.



Und als ich gesehen habe, dass Made and Worn auch super schöne Pulli Strickmuster hat, wusste ich: das werde ich ausprobieren, das könnte tatsächlich klappen. Ich hab mich für den Michen Sweater (sprich „Mitschin“) entschieden, da mich die Muster und die Farbe des Designbeispiels auf der Website direkt angesprochen haben.

Ein paar Screenshots von der App


Man kann allerdings jede Sektion selbst gestalten und aus unterschiedlichen Muster auswählen und hat so fast unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten. Außerdem kann wählen, wie weit der Pulli sitzen soll, ich hab die "engste" Variante mit 5-10 Zentimern positive ease genommen.