Powersports Bra Bikini mit Wellenmuster

Vor 2 Jahren hatte ich eine große Bikini-Nähphase, hab mir 3 Bikinis genäht, einen Sport-Bikini und 2 Bikinis zum Relaxen. Alle liebe ich heiß und innig und trage keine anderen mehr, aber ich hab natürlich Unterschiede festgestellt. Den Sportbikini hab ich aus Sportlycra (gemustert) und Tanzstoff genäht, den bunten Bikini aus Spoonflower Lycra. Der Sportbikini ist an dem Hosenbündchen etwas ausgeleiert und der gemusterte Stoff ist super stark ausgebleicht. Zum Glück einigermaßen gleichmäßig, sodass es nicht so sehr auffällt. Auch die Träger könnten etwas mehr Halt vertragen, denn wenn ich mit dem Kopf zuerst ins Wasser springe, rutscht er mir doch etwas zu sehr nach unten, weil die Träger zu dehnbar sind. Die Hose hält das glücklicherweise ganz gut aus. Aber das waren auf jeden Fall genug Gründe, dass ich für den diesjährigen Urlaub ins französische Jura motiviert war mir ein Upgrade zu nähen. Da der Bikini mit dem Spoonflower Stoff wirklich null komma null ausgebleicht ist, obwohl ich den wahrscheinlich sogar öfter getragen habe, war klar, dass ich für meinen neuen Powersportsbra Bikini wieder Spoonflower Lycra verwenden will. Was ich da nämlich so genial finde (keine Werbung, alles selbst gekauft wie immer), ist die Tatsache, dass nur gedruckt wird, was bestellt wird. Es gibt also keinen Überschuss.




Und natürlich die Riesenauswahl an Mustern und die Tatsache, dass man selber Designs hochladen kann. Nachteil ist natürlich der Preis von über 37,58 Euro pro Meter, wobei der wie man sieht auch gerechtfertigt ist, denn die Qualität kann sich sehen lassen. Und dieses Mal hab ich noch was (für mich) Neues ausprobiert, das sogenannte Fill-A-Yard System. Dabei kann man einen Yard (also 91cm) Stoff mit mehreren Designs befüllen und zahlt aber trotzdem nur den normalen Meterpreis. Da man bei Spoonflower keine Stoffmenge unter einem Meter kaufen kann (sonst würde sich wahrscheinlich der Druck nicht lohnen), ist das eine super Sache um trotzdem Stoffe kombinieren zu können ohne gleich 2 Meter Stoff kaufen zu müssen. So hab ich für beide Designs nur 34 Euro bezahlt und noch mehr als genug Stoff übrig für mindestens 2 weitere Bikinis. Notiz: das Fill-A-Yard System kann man nur mit selbst ausgesuchten Kombinationen füllen, wenn man eingeloggt ist, sonst werden einem nur vorgefertigte Kombinationen angezeigt.



Ich hab wie immer ewig gebraucht mich für einen Stoff zu entscheiden, denn die Fülle an Designs erschlägt mich jedes Mal und macht mich fast handlungsunfähig. Nachdem ich mir 20 Designs gespeichert habe, versucht habe mich von Ready-to-wear Bikinis inspirieren zu lassen und doch nichts gefunden habe, was mir so richtig gefiel, hab ich überlegt einfach nach einer Grundfarbe zu suchen. Also hab ich auf Türkis geklickt, denn Sommer und Türkis passen für mich super zusammen und so hab ich auf den ersten Blick dieses coole Wellendesign gefunden. Und mich einfach entschieden, ohne nochmal lange nachzudenken, denn sonst wäre das vor dem Urlaub sicher nix mehr geworden.

Dann gings noch darum einen passenden Unistoff zu finden. Spoonflower hat(te?) aber keine Unistoffe im Angebot, nur wenn Designer einfarbige Designs hochgeladen haben. Aber natürlich schwer zu finden und sicher zu sein, dass das dann wirklich passt. Bei meinem Design sind so viele Farben drin, da kann man schlecht falsch liegen, aber ich als kleiner Kontrollfreak wollte natürlich auf Nummer sicher gehen.



Was man da machen kann: Das Design auf dem PC speichern und mit einem Online Colorpicker den genauen Farbcode der Farbe, die man als Kombistoff haben möchte herausfinden. Dann kann man ein Bild mit dem Quadrat mit genau dieser Farbe erstellen, z.B. mit dem Windowsprogramm Paint, das Quadrat hochladen und auf den Stoff drucken lassen. Ich hab mit der Fill-a-yard Methode meinen Stoff horizontal geteilt und eine Hälfte mit dem Wellendesign und die andere in hellem Türkis bedrucken lassen.

Bevor ich mich für die Farbe des Kombistoff entscheiden konnte, hab ich aber erstmal digital rumprobiert, welche Farbe mir tatsächlich am besten gefallen würde. Ich hab mit Inkscape das Bikinischnittmuster mit den Designs gefüllt und mich dann für ein dunkles Blau entschieden.



Wie ihr seht ist es das aber nicht geworden, denn ich hab mich lieber „virtuell angezogen“, indem ich die Entwürfe auf ein Foto von meinem damaligen Powersportsbra Beitrag gelegt habe, damit ich sehen kann, wie die Farben auf meiner Haut wirken. Und da war klar, es wird doch helles türkis, denn das sieht gegen meine Hautton einfach besser aus.



Ich hab mich nie mit den verschiedenen Farbtypen (Winter, Sommer etc) beschäftigt, aber diese Methode hat echt gut funktioniert.



Zum Nähen selber brauche ich euch eigentlich nicht viel erzählen, denn die Hose habe ich genauso genäht wie die Hose des Blumen-Bikinis, nur den Zwickel, der im Schnittmuster (Victoria von Pattydoo) nicht vorgesehen ist, aber bei weißem Futterstoff möchte ich lieber nen Zwickel haben) hab ich ein kleines Stück verlängert (sieht man auf den Fotos nicht). Für die Hose habe ich an den Beinausschnitten 6mm Framilastic verwendet, am Bund 9mm und hab alles mit Bauschgarn im unteren Greifer geoverlockt, damit die Naht schön weich ist.

Für das Oberteil hab ich weißen Futterstoff verwendet, statt wie bei der ersten Version Tanzstoff, das hat leider als Nachteil mit sich gebracht, dass das Futter im Ausschnitt rauskrabbelt. Ich versteh es ehrlich gesagt nicht wirlich, vielleicht liegt es auch daran, dass der Spoonflowerlycra etwas fester ist als der andere Sportlycra und das durch die andere Dehnung passiert. Das ist tatsächlich das Einzige, was mir am Bikini nicht gefällt ansonsten bin ich super happy mit meiner neuen Sportvariante, die im Urlaub zum Glück auch häufig zum Einsatz kommen konnte!



Die Träger hab ich dieses Mal mit 9mm breitem Framilastic genäht, damit sie etwas mehr Halt geben und das hat super funktioniert. Noch ein Vorteil: die dünneren Träger der ersten Version haben sich schneller verdreht und das schöne Rückenmuster sah nicht mehr so gut aus. Die breiten Träger legen sich automatisch richtig hin, wenn man ihn anzieht.

Ach ja, das Anziehen... ist bei dieser Art Bikini etwas unangenehm, da er ja keinen Verschluss hat, muss man ihn über den Kopf ziehen. Auf der anderen Seite ist er nach dem Anziehkampf dann so bequem, dass ich darüber hinwegsehen kann.

In der Anleitung gibt es eine Variante, bei der man die Seitennähte am Futter offen lassen kann, und dann Einlagen reinschieben kann, für noch mehr Halt. Ich dachte ich probier das mal aus, hab schließlich den Cup von meinem Blumenbikini basierend auf dem Schnittmuster des Powersportsbra genäht. Also hab ich es offengelassen und dann mal einen Probecup, der noch von meinem damaligen Experimenten übrig war, reingeschoben.

Sah doof aus, denn der Stoff des Oberteils dehnt sich natürlich stark, während der Schaumstoff (Laminat) des Cups sich nicht dehnt. Man bekommt dann an der Seite einen kleinen Absatz wo der Cup aufhört. Ich hätte also den Cup zu den Seiten hin so verlängern müssen, dass der bündig mit den Seitennähten abschließt und das war mir dann doch zu viel Schaumstoff im Oberteil, auch wenn mans rausnehmen kann. Ich hab mir gedacht, kann ich später immer noch machen, und den gesamten Urlaub hab ichs nicht vermisst, also wirds auch wohl bei einem einlagenlosen Oberteil bleiben und ich nähe die Seitennähte noch zu, da bleibt man nämlich beim Anziehen gerne mit dem Finger drin hängen und reißt womöglich noch das Futter auf.

Aus dem Reststoff mache ich mir vielleicht noch ein passendes Jazzoberteil oder probiere mal ne neue Hosenvariante aus. Oder mein Patenkind bekommt nächstes Jahr einen süßen Badeanzug oder so, da fällt mir bestimmt was ein. 

Bis bald,
eure Nina

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