Stoffkauf in den USA {Shopping Tips}

Ein nicht ganz uneigennütziger Nebeneffekt unseres Flitterwochenurlaubsziels USA war die Chance tolle Stoffläden zu besuchen. Schon Wochen im Voraus hab ich im Internet Bewertungen von Stoffläden gesucht und recherchiert, was sich lohnt.


Ich wollte, dass sich das so einfach wie möglich in die restlichen Aktivitäten eingliedern lässt, denn im Urlaub ist man ja eher spontan unterwegs und will die Begleitung ja nicht stundenlang auf der Suche nach Stoffläden durch die Gegend schleppen. Und nach den Öffnungszeiten muss man sich auch noch richten. Deswegen erzähle ich euch heute, wie wir den Besuch von 6 tollen Läden ganz entspannt (bzw. spontan und unerwartet) untergebracht haben. 
Unsere Reiseroute war sehr klassisch, deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass viele von euch, die den Südwesten der USA bereisen in die gleichen Ecken kommen, die wir auch besucht haben.

 

NEW YORK CITY

In New York gibt es ja gleich einen ganzen Garment District, in dem sich viele Stoffläden und spezielle Läden für Zubehör finden. Die beiden größten, beziehungsweise am häufigsten erwähnten sind Mood und B&J Fabrics, die ich beide freitags besucht habe. Das lässt sich sehr gut mit einem nachmittäglichen Spaziergang auf der Highline verbinden, von dort sind es nur ein paar Blocks und man kommt noch vor Ladenschluss dort vorbei. Unser Hotel war in der Nähe des Times Square, sodass die Einkäufe auch noch vor dem Abendprogramm verstaut werden konnten. 
Ich muss allerdings sagen, ich war komplett überfordert vom Angebot. Auf 4 Stockwerken verteilen sich alle möglichen Stoffe, Spitze, Organza, Seide, Fake Fur und andere Bekleidungsstoffe. Es ist leider nicht sehr ansprechend angerichtet, sodass man die meisten Stoffe nicht mal richtig erkennen kann. Ich muss sagen, ich fand es im ersten Moment eher unangenehm dort. Ich bin dann direkt zu den Jeans Stoffen, nach meiner ersten Ginger muss ja bald die nächste folgen und hab versucht einen passenden Stoff zu finden. Ein wenig Hilfe habe ich immerhin von einer Angestellten bekommen, die mich ein bisschen beraten konnte. Unsere Konversation lief ungefähr so: "The fabric is 5 feet wide, how many yards would you like?" Ich: "??". Ja, zum Glück konnte sie es mir umrechnen. An meinem ersten Tag in den USA war ich mit den leicht seltsamen Einheiten noch nicht wirklich vertraut. Oft genug hab ich damit schon in amerikanischen Ebooks zu tun gehabt, aber da muss man es ja auch nicht aus dem Kopf und unter Jetlageinfluss wissen. Jersey, Strick oder ähnliches gab es fast nur in Unitönen. Preislich war es auch sehr nahe an den deutschen Preisen, deswegen hab ich mich auf den Jeansstoff und ein paar Nähhelferlein beschränkt (die ich euch nochmal in einem extra Post vorstellen will). Insgesamt würde ich sagen lohnt sich der Besuch nur, wenn man genau weiß, was man will, vor allem etwas Besonderes, wie tolle Spitze. Aber auf die New Yorker bin ich schon ein bisschen neidisch. Wenn man viel Zeit hat und etwas ganz bestimmtes sucht wird man dort sicher fündig!



Da ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht war, sind wir dann noch zu B&J Fabrics um die Ecke, wo es deutlich aufgeräumter war und tolle Modestoffe gab. Allerdings auch zum entsprechenden Preis. Wer plant sich eine grandiose Robe zu nähen ist hier genau richtig. Ich habe nichts gekauft dafür umso mehr geguckt. Der Eingang ist auch schon ein Erlebnis für sich, wir standen erstmal leicht verwirrt vor dem Doorman, der uns dann erklärt hat, dass wir einfach die Aufzüge benutzen dürfen um in den 3. Stock zum Laden zu fahren.
B&J Fabrics - Inspirationen

 

SAN FRANCISCO

Nach dem New York Erlebnis war ich ein wenig ernüchtert und bin nur noch halbherzig zu Britex und auch nur, weil er so nah am Union Square war und wir sowieso dran vorbeigekommen sind. Aber das ist nochmal eine andere Welt. Auch 4 Stockwerke, die Stoffe sind aber sehr hübsch angerichtet, was ich persönlich sehr wichtig finde um sich zurecht zu finden und schnell zu sehen, ob etwas Gutes dabei ist. Ein deutlich größeres Angebot an Kurzwaren und Nähhelfern gab es auch, wo ich auch nochmal kräftig zugeschlagen habe.
Worüber ich aber echt traurig war: weder in New York, noch in San Francisco bin ich auf der Suche nach einem (zentral gelegenen) Quiltladen fündig geworden. Dabei war schöner (und hier preiswerter) Baumwollstoff von amerikanischen Designern das, was ich eigentlich am ehesten zu finden gehofft hatte.
Also hab ich mich erstmal damit abgefunden. Aber weit gefehlt, auf dem "Land" gibt es mehr als nur Fastfoodketten und Hairsalons, wie ich in Kingman, Arizona fest gestellt habe. Eigentlich ja auch logisch, einen quiltenden New Yorker kann ich mir nicht so wirklich vorstellen.

 

KINGMAN, ARIZONA

Auf dem Weg von Las Vegas zum Grand Canyon bzw. zurück liegt Kingman. Man kommt auf jeden Fall durch, egal welche Route man nimmt. Wir wollten nur einen kleinen Mittagessensstop einlegen und sind dank meiner ausgeprägten Rechts-Links-Schwäche statt Richtung Subway und Tankstelle in die andere Richtung gefahren. Aber mein geschultes Auge hat sofort das Wort Quilt in einem Fenster erspäht und Mittagessen war erstmal verschoben. Connie's Quilter Hideaway ist ein süßer kleiner Laden mit vielen klassischen Stoffen. Ich hab vor allem nach Fat Quartern Bundles gesucht (vorgeschnittene Stoffstücke in der Größe halber Meter mal halbe Stoff Breite), da die meist perfekt aufeinander abgestimmt sind. Bei Connie gab es davon nicht so viele, sie hätte sie zwar, zugeschnitten aber eigentlich hatten wir es ja eilig zum Grand Canyon zu kommen. Zum Glück kam von ihr direkt der Tip den zweiten Quiltladen der Stadt direkt um die Ecke auszuprobieren und da hat mich das wahre Shopping Paradies erwartet. In dem kleinen Laden Donnas Quilt Shop gab es tolle Fat Quarter von der von mir viel bewunderten Marke Free Spirit für nur 3 Dollar (entspricht 12 Dollar Meterpreis, in Deutschland zwischen 16.50 und 19 Euro). Ich hab mich erstmal mit 19 Fat Quartern und 4 yards Uni Kombistoff von Moda eingedeckt (8 Dollar der yard (=92 cm)), ein paar davon seht ihr auf den Bildern oben. Insgesamt für nur 80 Dollar richtig viel toller Stoff! Ich war im siebten Himmel!
Aus dieser Erfahrung schlau geworden habe ich nach Stoffläden in mittelgroßen Durchgangsstädten gesucht und noch einen in Hurricane, Utah gefunden.

 

HURRICANE, UTAH

Fährt man von Las Vegas zum Zion Nationalpark (so empfehlenswert!) oder anders herum kommt man zwangsläufig durch Hurricane. Dort gibt es den sehr süßen Quiltladen Main Street Quilt Cottage mit einer tollen Einrichtung und einer super Auswahl an Stoffen, insbesondere Fat Quarters und Charmpacks.


Alle Fotos dieses Beitrags hab ich übrigens dort gemacht. Ich hab noch diesen schönen Stoff der Marke Clothworks gefunden und ein paar Charmpacks und freue mich schon darauf bald was daraus zu nähen!



So, das waren meine Erfahrungen mit dem Stoffkauf in den USA. Mit meiner Ausbeute bin ich sehr zufrieden und habe auch einiges an Geld gespart im Vergleich zu Deutschland. Ein paar Bilderchen unserer Reise findet ihr übrigens bei Instagram unter #vervliestundzugenaehtontour.
Schreibt gerne in die Kommentare, wenn ihr noch mehr Tipps zum Stoff kaufen in den Staaten habt! Ich bin gespannt, denn so toll wie der Urlaub war, will ich bestimmt bald wieder hin! :)

Bis bald,
eure Nina



Kommentare:

  1. In Santa Cruz, Kalifornien (südlich von San Francisco am Highway 1) gibt es Hart's Fabric Store (https://www.hartsfabric.com/). Meterweise Stoffe für Patchwork, Kleidung oder Haushalt (Gardinen). Eine lange Wand voller Fat Quarters. Mein Traumladen.
    Christiane

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  2. Jo-Ann Fabric and Craft Stores liebe ich! Kleiderstoffe findet man da zwar eher weniger (zumindest war das vor zwei Jahren so), aber Baumwollwebware in Hülle und Fülle zu sensationellen Preisen. Und noch dazu Unmengen Bastelzeug, Backkram und Deko. Ich bin gespant, ob meine Erwartungen dieses Jahr auch wieder erfüllt werden, in zwei Tagen fliegen wir in die USA...
    Liebe Grüße, Änni

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Eure Nina