Pacific Pullover Mountainbike-Shirt

Ich kann mich wirklich zu den glücklichen Menschen zählen, die viiiiele Hobbies haben. Neben dem Nähen, Häkeln, Stricken und generell kreativ sein, liebe ich auch Sport, insbesondere das Mountainbiken. Und wenn wir schon von Glück reden – im Schwarzwald gibt es einige der besten Mountainbikestrecken, sodass es mich besonders im Sommer deutlich öfter aufs Fahrrad als an die Nähmaschine zieht. Und jetzt hab ich es endlich mal geschafft diese beiden Hobbies zu kombinieren, indem ich mir ein lange vermisstes Mountainbike-Shirt genäht habe.
Ich hab mir vor ein paar Jahren mal einen ganzen Satz richtig guter Hosen gekauft, Trikots trage ich nicht so gerne, da reichen mir normale Sporttops und für den Winter hab ich ein paar super Thermoklamotten, da kann man dann auch bei Minusgraden unterwegs sein. Zwiebellook machts möglich. Was mir aber die ganze Zeit noch gefehlt hat, war ein mitteldickes Shirt, das mich durch die Zwischensaisons wie Frühling und Herbst bringen kann. So ganz geplant hab ich das Shirt aber nicht wirklich, eigentlich hab ich nach Sportstoff gesucht, weil ich für den Schatz nochmal eine Badehose nähen wollte – die letzte hat er beim Flussklettern auf Korsika zerrissen...😂

Dieses Mal sollte es also etwas festerer und trotzdem schnell trocknender Stoff sein, und ich hab mich echt gefreut, als ich die Sportlycras bei Karstadt (Artnr: 4062701423591) entdeckt habe. Mit dem Ballen bin ich zum Zuschneidetisch gegangen und hab so gesagt: „Ich hätte gerne 50 Zenti... äääh, 1 Meter 80, bitte!“. Mitten im Satz ist mir nämlich aufgegangen, dass der Stoff perfekt zu meinen schwarzen Fahrradklamotten passen würde.



Ja, und dann hatte ich den Stoff, aber keinen Plan welches Shirt daraus nun werden sollte. Ich bin schnell auf meine Sportklamotten-Schnittmusterseite des Vertrauens – greenstylecreations.com – gegangen und natürlich gab es da was passendes. Der Pacific Pullover sah genauso aus, wie ich mir das gedacht hatte.


Insbesondere hat er schöne Wiener Nähte, die ein bisschen Form reinbringen und die praktischen Seitentaschen. Man kann ihn mit oder ohne Kapuze nähen und mit oder ohne Kängurutaschen und sogar auch ohne Ärmel. Ich wollte mit Absicht kein typisches Fahrradtrikot, denn irgendwie finde ich die Taschen auf dem Rücken etwas unpraktisch und auch nicht so schön. Ich wollte lieber etwas, das sich auch gut für alle anderen meiner Lieblingssportarten (Inliner Fahren, Wandern, Snowboarden) verwenden lässt.



Die Anleitung ist ziemlich gut, es gibt sogar einen Video-Sewalong, was ich persönlich aber etwas unpraktisch finde, da man ständig versucht die richtige Stelle zu finden. Leider gibt es keine Auflistung an welcher Minute des 40-minütigen Teil 4 des SewAlongs jetzt genau erklärt wird, wie man den Reissverschluss schön einnäht. Stattdessen springt das Video ständig zwischen den einzelnen Varianten hin und her. Für jemand, der kein Problem damit hat sich das alles anzuschauen und vielleicht Anfänger ist, ist das aber natürlich super.



Im Video gibt es auch im Vergleich zur Anleitung ein paar versteckte Tricks, wie zum Beispiel die Reissverschlussbänder mit Streifen einzufassen, damit man keine Reissverschlusskanten sehen kann. Das Shirt ist ja nicht gefüttert.


Ich hab Größe XS gewählt anhand meiner Maße, und nachdem ich bei GreenStyleCreations angefragt hatte, wie der Pullover denn ausfällt. Ich hatte einige Varianten im Netz gefunden, die aus Sweat genäht waren und doch eher legerer aussahen. Mit der Antwort auch mit eher dünnem Jersey sollte man seine normale Tabellengröße nähen war ich nicht ganz zufrieden und eher etwas skeptisch, hab dann aber doch lieber XS genommen. Ich hab an der Taille einiges weggenommen und auch die Ärmel hab ich enger nähen müssen. Leider konnte man die Seiten nicht einfach so verschmälern, denn sonst hätte man ja auch die Taschen verkleinert. Im Endeffekt bin ich ganz zufrieden mit der Passform, das nächste Mal würde ich aber entweder dickeren Stoff wählen oder Größe XXS. Der Stoff staut sich schon ein bisschen im Kreuz und am Bauch.



Ein bisschen Respekt hatte ich definitiv vor dem Reissverschluss. Bisher waren alle meine Projekte mit halbem Reissverschluss oder Knopfleiste eher knifflig. Es besteht immer die Gefahr, dass sich der Stoff verzieht am Ende des Reissverschlusses. Die im Video gezeigte Technik den Reissveschluss einzunähen hat aber wirklich super funktioniert und nach (nur) 3 mal Auftrennen wegen Pingeligkeit war ich auch komplett zufrieden. Ich hab allerdings vor lauter Freude gar nicht so sehr darauf geachtet, wie es am Kragenansatz aussieht, sodass ich da jetzt einen kleinen Versatz und ein paar Fältchen habe. Aber egal...


Den Kragen hab ich etwas anders eingenäht als in der Anleitung vorgeschlagen, das hab ich nicht so ganz verstanden und ich kenne das von bisher genähten Jacken einfach anders. Ich hab den inneren Kragen nämlich einfach rechts auf rechts auf den äußeren gelegt, nachdem der Reissverschluss drin war und hab ihn innen auf der vorherigen Naht festgenäht. Dabei wird die Nahtzugabe am inneren Kragenunterrand, also das was man davor versäubert hat, umgeklappt. Wenn man den Kragen dann wendet, kann man ihn einfach an der Nahtzugabe des Halsausschnittes (in meinem Fall von Hand) festnähen. Sieht super ordentlich aus von innen.



Ich hab mich auch mega gefreut, als ich festgestellt habe, dass ich sowohl einen Reissverschluss, als auch eine Plotterfolie in der passenden Farbe zu meinen Bikehosen da habe – die haben nämlich beide die gleiche Farbkombi schwarz-rot. Die Kettenblatt - Berg - Kombi hab ich bei etsy gefunden.

Die Covernähte hab ich übrigens wieder mit Bauschgarn gemacht. Das funktioniert wirklich super und ich habe nie Fehlstiche damit.



Ich hab leider keine tollen Fotos in den Bergen machen können, denn zum einen war das Shirt erst am Sonntag fertig und in den letzten drei Tagen gabs leider keine Tour, erst heute abend wieder... Wobei auch wirklich fraglich gewesen wäre, ob ich meine Kamera und das (grade) viel zu warme Shirt mit geschleppt hätte. Wenn man sonst schon jedes Gramm spart, haha.



Das Bike auf dem Bild ist leider auch nicht meins, sondern das meiner Mama, denn wir haben die Fotos dort am Wochenende schnell gemacht. Und mal wieder großen Dank an meinen Schatz, der bei 35 Grad ohne Jammern mitgemacht hat.



Jetzt bleibt der Praxistest noch aus, aber ich weiß jetzt schon, dass ich das Shirt zumindest von den Funktionen lieben werde. Fürs Inlinern ist es nämlich auch sehr praktisch, da kann ich meine beiden kleinen Wasserflaschen noch zusätzlich in den Seitentaschen unterbringen.

Der Reststoff hat übrigens sogar noch für 2 Badehosen gereicht, mein Papa hat auch noch eine bekommen. Sie sind beide echt happy damit, der Stoff ist schön fest und trocknet trotzdem sehr schnell.

Bis bald,
eure Nina



Kommentare:

  1. Das Shirtist ja wirklich großartig geworden, sieht aus wie von der Stange, wunderschön! Und perfect Match mit der Hose, ich bin begeistert. Ich fahre auch leidenschaftlich gern Mountainbike und frage mich gerade, ob ich mich wohl auch mal an Sportklamotten wage?

    AntwortenLöschen
  2. Schnittmuster für Sportklamotten sind ja noch recht rar, aber du hast da einen guten Griff getan.
    Für mich sieht das Ergebnis perfekt aus, auch wenn du hier und da noch nicht zufrieden bist und ich finde dein Outfit insgesamt richtig stylish.
    LG von Susanne

    AntwortenLöschen
  3. Cooles Shirt ist das. Ist einfach praktisch, dass man sich nähen kann, was man sonst kaufen müsste.
    Lg Iris

    AntwortenLöschen
  4. Super auch der Tipp mit den Sportschnitten, da muss ich mich demnächst mal umschauen. Den Shirt ist richtig schön, vielleicht muss ich auch mal bei Karstadt gucken gehen.

    AntwortenLöschen
  5. Hallo Nina, da hast du mich aber wieder beeindruckt. Wahnsinn wie perfekt du dein Sportshirt genäht hast. Da ziehe ich echt den Hut und auch vor deinen gesamten Hobbys.Ich war schon von deiner Bademode im letzten Jahr fasziniert, nun noch das Sportshirt. Kompliment. Irgendwann setze ich diese Dinge auch noch um.
    Liebe Grüße Birgit

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Nina,

    erst einmal danke für den Schnittmusterhersteller, war mir bisher unbekannt. Dein Bikeshirt ist megaklasse, ich bin total begeistert. So megatoll verarbeitet und angepasst. Respekt!!
    Ich benötige auch noch ein neues Langarmshirt... das wäre schnitttechnisch perfekt.

    LG und viele weitere tolle Ausfahrten wünsche ich Dir.

    LG
    Sandra

    AntwortenLöschen
  7. Wow, das Oberteil sieht so was von professionell aus, ich bin schwer begeistert ! Ich wünsche dir viel Spaß beim Radfahren 🚴‍♀️! LG sendet Dir Robina

    AntwortenLöschen
  8. Wow, als Nähprofi hast Du Dir ein wunderbares Radshirt für die Oberliga genäht. Das schaut klasse aus, jede Naht sitzt, das Design ist stimmig und jedes des vielen Details ist perfekt gelungen. Hut ab! LG Kuestensocke

    AntwortenLöschen
  9. Du siehst richtig toll aus in deinem Sportdress, super genäht!

    AntwortenLöschen
  10. Genial, dass du neben dem Nähen auch noch so sportlich bist und beides verbinden kannst! Für mich sieht das "Shirt" perfekt und wie gekauft aus! LG Sarah

    AntwortenLöschen

Hallo ihr Lieben,
ich freue mich sehr über jeden Kommentar :-) Danke für diese tolle Community!
Mit dem Absenden deines Kommentars bestätigst du, dass du meine Datenschutzerklärung sowie die Datenschutzerklärung & Nutzungsbedingungen für Googleprodukte gelesen hast und akzeptierst.