Einkaufsnetz Edda häkeln

Ich bin nicht zufrieden. Trotzdem will ich euch mein Werk heute zeigen, denn aus jedem Projekt, dass nichts geworden ist, kann man ja trotzdem was lernen. Aber von vorne: Das Einkaufsnetz Edda gibt es kostenlos bei We are knitters und ist von der tollen Paula M, nach deren Buch ich auch schon mein schönes Stirnband Lina gestrickt habe. Und ich will auch direkt sagen: Die Anleitung ist super, gut verständlich, alles macht Sinn und es gibt genug Leute (Tüt zum Beispiel!), die super Netze gestrickt (gibts auch als Strickanleitung) oder gehäkelt haben. Daran lag es definitiv nicht. Ich finde mein Netz auch eigentlich wirklich schön. Bloß praktikabel ist es leider gar nicht geworden. Das finde ich echt schade, denn die Idee hat mir sehr gefallen und ich bin ein großer Fan von allem, was einen davon abhält Plastiktüten zu verwenden.


Bei mir war es eindeutig die Woll-Wahl. Ich habe Drops Belle verwendet, aus dem ich auch meinen Häkelbikini von letztem Jahr gemacht habe (eigentlich sollte das ja was anderes werden, deswegen hab ich da noch Unmengen der Wolle übrig). Aber ein bisschen Stash abbauen erschien mir total sinnvoll, als ich angefangen habe das Netz zu häkeln.


Das Projekt war von Anfang an nicht wirklich was für mich, der Teil mit dem Netz hat sich unglaublich lange hingezogen (das ist mit ein Grund, warum ich oft nur kleine Projekte mache, ich langweile mich zu schnell, wenn nichts passiert) und ich war total unsicher, wie ich die Anleitung für meine Wolle anpassen muss. Nach der Maschenprobe hatte ich 5 Bögen für die angegeben 10 cm und hab 144 Maschen statt 116 angeschlagen, also alles mal 1,25. Allerdings war ich bei den Reihen sehr unsicher, denn das Netzmuster kann man ja sehr stark dehnen. Ich hab mich dann nach Instagram-Rücksprache mit @paulastrickt dazu entschlossen die Reihenanzahl so zu lassen, wie in der Anleitung angegeben.


Zur Erklärung: Das Netz ist ein Rechteck, wobei die Ränder am Schluss durch den Abschluss oben gerafft werden. Hätte ich mehr Reihen gemacht, wäre der Abschluss oben auch breiter geworden, das braucht es aber nicht, also war die Entscheidung wohl richtig.
Aber: Im Nachhinein wäre es aber besser gewesen, ich hätte weniger Maschen angeschlagen, also weniger Bögen gemacht, denn das erste was mich wirklich stört bei dem Netz, ist, dass die Öffnung viel zu groß ist. Ich hab die ganze Zeit Angst, dass etwas rausfällt. Das kann man aber zur Not dadurch lösen, dass man die seitlichen Öffnungen noch etwas zuhäkelt. Dadurch verliert es wahrscheinlich die Form, aber der Einkauf ist sicher.


Was aber wirklich unpraktisch für mich ist, ist die Größe. Das Netz ist einfach zu klein, es passt nicht wirklich viel rein, vor allem eben weil es an den Seiten so weit offen ist. Und der nächste Minuspunkt: Dadurch, dass ich undehnbare Wolle verwendet hatte (glaube zumindest, dass es daran liegt), dehnen sich die Henkel an der Seite der Luftmaschenkette gar nicht und schneiden unangenehm in die Hände ein. Vielleicht hab ich aber auch einfach zu fest abgemascht. Auf die Schulter kann ich das Netz gar nicht nehmen, weil es zu klein ist (und spätestens wenn ich die Seiten zu häkle wird es gar nicht mehr gehen).
Tja, jetzt hängt es dekorativ an der Heizung in der Küche und ich mache ab und zu was rein in der Hoffnung, dass es sich noch aushängt und magischerweise größer wird. Wenn ich leichte Sachen zu transportieren habe, benutze ich es auch ab und zu, denn der Style gefällt mir auch echt gut. Aber der große Wurf ist es leider nicht geworden - da sieht man mal wieder, wie essentiell die richtige Wahl der Wolle ist, damit ein Häkel oder Strickprojekt gelingt.
Ich hoffe ich habe euch jetzt nicht mit diesen eher negativen Beitrag deprimiert, abgeschreckt oder sonst wie verstört, aber ich finde es auch wichtig Sachen zu zeigen, die nicht hundertprozentig gelungen sind. Denn ich habe, wie aus jedem Projekt, egal ob erfolgreich oder nicht, definitiv daraus gelernt.

Bis bald,
eure Nina

Verlinkt bei Creadienstag, HandmadeOnTuesday, Liebste Maschen, Dienstagsdinge

Kommentare:

  1. Ich glaube häkeln könnte ich so ein Netz auch nicht, das dauert ja doch ziemlich lange, da bin ich mit Stricknadeln einfach schneller. Und gefühlt ist Strick auch flexibler als gehäkeltes? Schade, dass es nicht geklappt hat, aber das gehört wohl dazu. Dann vielleicht doch einen Beutel nähen ;)

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  2. Hallo, danke fürs Teilen. Ich habe auch eins gemacht und habe ähnliche Probleme wie du. (Hatte allerdings auch mit Nadelstärke 4 statt 5 gehäkelt, da darf ich mich über Größenabweichungen nicht beklagen.) Allerdings gefällt mir manches daran auch sehr gut, vor allem die Raffung. Daher werde ich einen zweiten Anlauf unternehmen, der Folgendes berücksichtigt:
    - Netz länger und breiter
    - Die Abnahmen an den Längsseiten des Netzes stärker machen, um die Seiten besser "zuzuziehen" und einen tieferen Sack zu erhalten.
    - Henkel verlängern, dass er auch über die Schulter passt. Da ich gehäkelte und gestrickte Henkel eh nicht so mag, weil sie gefühlt immer ausleiern, wollte ich mal mit Gurt oder Jeansstreifen aus gebrauchten Jeans experimentieren.

    Dir alles Gute!
    Mel

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    1. Danke, Mel, für deinen Erfahrungsbericht und die Tipps. Gut zu wissen, dass ich nicht die einzige bin, die sich ein bisschen schwer getan hat ;)
      Liebe Grüße, Nina

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  3. Hallo, habe auch das Netz gehäkelt und einmal wieder alles aufgemacht weil es mir zu klein war, aber auch mit dickere Nadel wurde es nicht viel größer. Habe es jetzt als Notfallnetz in der Handtasche und für Kleinigkeiten reicht es

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  4. Ich häkle die Netze der Initiative Handarbeit und finde die Ankeitung sehr gut und auch das Netz in der Benutzung ist toll.lg bella

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  5. Ich finde das Netz superschön, aber definitiv zu klein! Da ich zuviel Wolle gekauft habe, werde ich ein neue, größeres Netz häkeln, in das wirklich ein Einkauf reingeht.

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