Shirt Max

Ist der Stoff nicht mega schön? Ich verstehe überhaupt nicht, warum der bestimmt 4 Jahre in meinem Stash rumlag. Aber, besser spät als nie, ist er jetzt ein Shirt Max von Pattydoo. Als es fertig war, hab ich von diversen Männern aus der Familie gehört: Oh, ich will auch eines! Leider reicht der übrige Stoff aber nur noch für ein Tanktop, haha. Falls es da Abnehmer geben sollte...

Aber, Spaß beiseite, der Stoff ist ein Isoli (Sommersweat) von Stoff und Stil, den ich wie gesagt schon vor einigen Jahren gekauft habe, und den es natürlich inzwischen nicht mehr gibt. Kennt ihr das, sobald es etwas nicht mehr produziert wird, wird es umso wertvoller, und man muss sich genau überlegen, was man daraus macht, denn man hat ja nur diese eine Chance?

Wahrscheinlich war ich deswegen so gehemmt und hab ihn rumliegen lassen. Vor kurzem bin ich aber meine digitalen Schnittmuster durchgegangen, denn ich hatte Lust mal wieder was für meinen Schatz zu nähen. Im Winter bin ich ja immer etwas unmotiviert für mich selbst zu nähen (dafür stricke ich umso mehr) und das ist die beste Zeit für den Schatz, etwas abzugreifen. Ich hab auf jeden Fall den Max von Pattydoo gefunden, den ich mal gekauft hatte, weil ich ein T-Shirt mit Knopfleiste aus Piqué Stoff nähen wollte, an dem ich aber, weil der Stoff so labbrig war so viel hätte ändern müssen, dass es in der UFO Kiste gelandet, und bis heute verschollen ist. Tatsächlich hab ich versucht das alte Shirt zu finden, um die Passform nochmal zu checken, aber ich war nicht erfolgreich.


Also hab ich die Größe zugeschnitten, die ich damals abgepaust hatte – ich dachte es wäre L, was auch von der Maßtabelle ganz gut hingekommen wäre, der Schatz liegt zwischen M und L – um dann festzustellen, dass es in Wirklichkeit M war. Hab ich wohl nochmal geändert, nachdem besagtes erstes Shirt so groß ausfiel, und hab vergessen die Beschriftung auf den Schnittteilen anzupassen.

Im Nachhinein bin ich extrem froh, denn M passt wirklich gut, ohne weitere Änderungen. Und was das Verblüffende ist: Es passt nicht nur ihm, sondern auch meinem Bruder und meinem Vater, die beide zwar ähnlich groß sind, aber alle einen bisschen anderen Körperbau haben (vergleiche hier, als ich ihnen allen den gleichen Pulli genäht habe). Die Schultern sind etwas überschnitten, was wohl auch Absicht ist, und je nachdem wie abfallend die Schultern sind, fällt das mehr oder weniger auf. Bei meinem Bruder sitzen die Schultern fast normal, bei meinem Schatz sind sie doch etwas mehr überschnitten (bzw wahrscheinlich so, wie es sein soll).

Was ich damit sagen will: Falls ihr das Überschnittene nicht so sehr mögt, könnte man auch ein Narrow Shoulder Adjustment machen, so wie ich das auch schon hier gemacht habe. Aber trotzdem cool, dass es allen dreien gepasst hat, denn das spricht ja dafür, dass es euren Männern (oder euch selbst – hello, male sewists) auch gut passen wird.


Man kann das Shirt ganz schlicht nähen, oder mit Brusttasche, V-Ausschnitt oder Knopfleiste. Ich wollte zuerst die Knopfleiste machen, aber weil der Stoff doch relativ dick ist, hab ich mich für eine Dreiecks-Covernaht und eine runde Passe auf dem Rückenteil entschieden.



Ich hab mich leider recht spät dafür entschieden, deswegen ist der Ausschnitt etwas „gehackt“. Die richtige Reihenfolge wäre gewesen:
  • Zuschneiden
  • Passe an das Rückenteil covern
  • dreieckige Covernaht auf das Vorderteil nähen
  • Schulternähte schließen, dabei den Schulterteil der Passe mit einfassen
  • Schulternähte covern
  • Bündchen in den Ausschnitt nähen
  • Bündchen covern
  • Ärmel einnähen
  • Ärmelnähte covern
  • Seitennähte schließen
  • säumen.


Meine Reihenfolge war leider
  • Zuschneiden
  • Schulternähte schließen
  • Schulternähte covern
  • Bündchen in den Ausschnitt nähen
  • Bündchen covern
  • Ärmel einnähen
  • Ärmelnähte covern
  • Seitennähte schließen
  • säumen
  •  Passe an das Rückenteil covern
  •  oberen Teil der Passe versäubern und dann von Hand an die Nahtzugabe der Schultern und des hinteren Halsbündchens nähen
  •  Covernaht auf das Vorderteil nähen und alle Fäden umständlich vernähen, damit nichts aufgehen kann.

Tja, das kommt davon, wenn man sich zu spät dazu entscheidet noch ein bisschen dekorativen Krams dazuzupacken. Aber das Schöne ist, es war nur etwas aufwändiger, aber von außen kann man es nicht sehen.


Die Dreiecksnaht hab ich mit etwas undehnbarer dünner Einlage verstärkt, damit sich beim Covern keine Täler bilden. Ich wollte kein Dreieck aus Stoff darauf nähen, das wäre noch komplizierter geworden bei meiner späten Entscheidung. Hier gibt es übrigens eine gute Erklärung wie man das korrekt machen könnte.

Die Schulternähte habe ich direkt auf der Naht gecovert, sprich, ich habe die Nahtzugabe nach links geklappt (immer zum Rückenteil) und habe die Mitte zwischen linker und mittlerer Covernadel an der rechtesten Overlocknahtlinie ausgerichtet. Hört sich kompliziert an, aber wird klar, wenn mans macht.

Bei den Schulternähten ging das nicht, da hab ich direkt neben der Naht auf dem Ärmel genäht, die Nahtzugabe also Richtung Ärmel geklappt, was ich normalerweise nicht mache, hier musste es aber sein, damit die Naht schön wird. Auf der Schulterkreuzung wars nicht ganz so einfach, beim nächsten Mal versuch ich da die Spur besser zu halten.


Ein Wort noch zum Ausschnitt: der ist bei meinem Schatz recht weit, und man sieht ungefähr jedes T-Shirt oben rauslugen. Es war nicht einfach ein passendes zu finden, das man nicht sehen kann. Sonst würde der Ausschnitt gar nicht so schön zur Geltung kommen, oder? Allerdings hat mir eine Freundin erzählt, die auch Größe M für ihren Mann genäht hat, dass es bei ihm extrem eng am Hals sitzt. Da kann man also wohl so pauschal nichts darüber sagen.

Ich bin auf jeden Fall auch sehr happy, dass mir der Ausschnitt so gut gelungen ist, denn aus relativ dickem nicht so stark dehnbarem Stoff ein Bündchen zu machen, kann auch ziemlich in die Hose gehen – ich sag nur abstehendes labbriges Bündchen, oder jede Menge Zugfältchen... Ich hab mich aber an dieses Video von Threads Magazine hier gehalten und das hat super geklappt. Ich hab sogar das erste Mal das Bündchen schon vorher geschlossen, dann angeheftet (mit der Methode aus dem Video) und es hat auf Anhieb gut gelegen, sodass ich es dann dran overlocken konnte.


So, ich bin dann mal wieder im Nähzimmer, der einzige Vorteil an sozialer Isolierung ist immerhin, dass man nun genug Zeit hat sich einzuigeln und ein bisschen was geschafft zu bekommen. Bleibt gesund und bis bald,

eure Nina

Verlinkt bei   HandmadeOnTuesdayCreativeLovers, DvD

1 Kommentar:

  1. Servus Nina!
    Ja, der Stoff ist mega schön und das fertige Shirt erst recht! Ich freue mich, dass du es beim DvD zeigst! Dankeschön und liebe Grüße
    ELFi

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