15 Blusentop Bree {La Maison Victor}


Dass es diese Bluse auf den Blog geschafft hat, ist echt ein Wunder. Ich hab zwischendrin 2 mal aufgegeben, das Ding in die Ecke geworfen und mich dann doch nochmal aufgerafft. (Das ist übrigens das fiese Viskoseteil, wegen dem ich mein halbes Nähzimmer umgeräumt habe, nur um mich vor den Nähen zu drücken, wie ich euch vor 3 Wochen gewehklagt habe...).
Ich muss auch direkt sagen, dass ich nicht wirklich zufrieden mit dem Blusentop bin, was nicht am Schnitt, Bree aus der La Maison Victor 4/16 in Größe 36, liegt.
Der Stoff (ein Fundstück vom Stoffmarkt) hat es mir unglaublich schwer gemacht. Es hat schon mit dem Zuschnitt angefangen. Immerhin sind es nur 3 Schnittteile. Mit dem Rollschneider und vielen Nähgewichten hab ich es dann einigermaßen ordentlich hinbekommen. Das Versäubern war aber ein Krampf. Ich hab keine Einstellung an der Overlock gefunden, die mir den Stoff nicht minimal zusammen gezogen hat, wenn ich nur eine Lage Stoff durch die Maschine hab laufen lassen. 
Hat da jemand Tipps für hauchzarten Stoff? Das war dann auch ein Riesenproblem, als ich den Ausschnitt genäht habe. Der Beleg im Nacken wurde noch ganz ordentlich, aber das Umklappen und Feststeppen der Umschläge an den Vorderteilen sah einfach nur schrecklich aus.

Die Stofflagen ließen sich durch die nicht ganz glatte Versäuberung nicht ordentlich aufeinander legen und haben sich dann beim Nähen auch noch so stark gegeneinander verschoben, dass die obere Lage total wellig war. Katastrophe. Das war das erste Mal, dass das Teil in der Ecke gelandet ist. 
Der Stoff, den ich so wunderschön finde, hat mich dann wieder motiviert. Ich hab 2 Tage später die Umschläge am Ausschnitt wieder aufgetrennt, mit dünner Vlieseline verstärkt und nochmal abgesteppt. Wurde auf jeden Fall schon mal besser. Zumindest die rechte Seite. Die linke war unrettbar, wie man auf den Bildern sieht. Nochmal auftrennen ging aber nicht, das hätte man dann zu stark gesehen und alles nur verschlimmbessert. In echt fällt es aber gar nicht sooo arg auf, weswegen ich mich (nach meiner Prokrastinationsaktion) erneut aufraffen konnte über die unperfekte Stelle hinweg zu sehen und weiter zu machen.

Die Fotos waren übrigens auch ganz schön anstrengend. Der Stoff bekommt Falten nur vom einmal einatmen, die auf den Fotos natürlich noch stärker raus kommen als in echt. Deswegen auch die Fotos zuhause, wenigstens konnte ich es direkt nach dem Bügeln anziehen und die Chance auf Falten minimieren... 
Nach dem Ausschnittsdilemma, beziehungsweise nachdem ich die Tatsache der Unperfektheit akzeptiert hatte, war dann eigentlich alles relativ einfach. Seltsamerweise war die eine Seite meines Vorderteils plötzlich länger wie die andere, das konnte ich aber ganz gut angleichen. Nur die vorgegebene Überlappung war nicht zu gebrauchen, die hab ich an mir passend fest gesteckt. Mit der originalen Überlappungsposition hätte das oben liegende Vorderteil unten eine komische Beule gebildet. Insgesamt bin ich auch mit der Länge der Bluse nicht ganz zufrieden, ich hätte sie gerne ein paar Zentimeter länger. Ich bin zwar "nur" 1,65 und habe selten ein Längenproblem, aber hier, wo die Bluse durch den Gummibund nach oben rutscht, hätte es mir doch besser gefallen. Doch wie verlängert man diese seltsamen schrägen Vorderteile ordentlich? Jemand eine Idee?

Übrigens, Herzlichen Glückwunsch, an jeden, der es bis hier geschafft und sich mein Gejammer bis zum Ende durch gelesen hat ;-).


Noch hab ich die Bluse nicht anziehen können, was zum einen am kalten Wetter lag (sie ist seeeehr luftig), ich zum anderen keine Lust auf Bügeln hatte (warum genau näh ich mir sowas nochmal? Ach ja sooo angenehm zu tragen und schick und so...) und noch dazu bin ich halt nicht so super zufrieden damit. Ich bin stolz, dass sie nicht zu einem UFO geworden ist und vergessen in einer Kiste liegt. Ich hab aber auch mal wieder bestätigt bekommen, dass gewebte Viskose mein Untergang ist. Habt ihr irgendwelche guten Tipps - insbesondere gegen das Verschieben der Stofflagen und zum Versäubern?
Das Schnittmuster wiederum finde ich wirklich schön und auch einfach zu nähen, aber ich denke, dass es nur mit so richtig weich fallenden gewebten Stoffen perfekt zur Geltung kommt. Was es dann wieder (siehe meine Leidensgeschichte) wirklich schwierig macht. Super fand ich aber die Art und Weise die Armlöcher zu versäubern, das hab ich bisher noch nie gemacht.


Es sieht wirklich wunderschön ordentlich aus von außen (und fast von innen...). Die Gummiband Variante am Saum finde ich auch sehr gelungen, wobei ich fast die Krise gekriegt habe, als ich das Gummi einziehen musste. Bis die Raffung mal gleichmäßig verteilt war... Ich hab ein deutlich dünneres Gummi genommen, damit der feine Stoff nicht von einem breiten Bund erschlagen wird. Ich glaube ein breiteres Gummiband hätte es aber auch nicht angenehmer gemacht.
So, nun bin ich total gespannt, ob ihr mir gute Tipps geben könnt für (oder eher gegen?) dieses fiese Material und wie eure Meinung zum unperfekten Kleidungsstück ist. Ab wann ist es untragbar und bis wann kann man drüber hinwegsehen? Ich tu mich als kleine Perfektionistin da ja schon ziemlich schwer... Witzigerweise übertreibt es meine Erinnerung manchmal total - ich ärgere mich noch Tage später in Gedanken über die versaute Stelle, und wenn ich dann das Teil wieder in echt sehe, stelle ich fest, dass es gar nicht so schlimm war...

Bis bald,
eure Nina

Verlinkt bei RUMS


10 Bohemian Summer mit Inka Print

Bis vor kurzem dachte ich noch dieser wunderschöne Stoff müsste sich bis nächsten Sommer gedulden, bis mir das perfekte Schnittmuster über den Weg läuft. Kennt ihr das? Manchmal hat man so einen tollen Stoff (hier Inka Print Nr. 271740 von Stoff und Stil) und ist plötzlich zu gehemmt, den Stoff überhaupt nur anzuschneiden? Bei mir lag er im Nähzimmer wochenlang auf der Couch und immer wieder hab ich ihn genommen, an mich dran gehalten, hab den Fall bewundert und jedes Mal wieder weg gelegt, weil ich nicht DAS Schnittmuster dafür hatte. Beim Stöbern auf der schönen Seite von Kreativwölkchen ist mir dann die Bohemian Summer ins Auge gefallen (tolle Expemplare gibt es auch bei Nähbar und Nähwald zu sehen). Der überkreuzte Ausschnitt mit leichter Raffung und die kleinen Flügelärmelchen haben mir super gut gefallen – und dass man mir mit einem gerafften Rock eine Freude macht, wisst ihr nicht erst seit meinem drölfzigsten Skaterdress. Vor allem weil ich in einem Anflug von Geiz (mal wieder) nur 1,5 m bestellt habe. Einen Tellerrock kann ich damit nicht machen, damit war die andere ins Auge gefasste Variante Geschichte. Aber bei so einem querlaufenden Muster tut man sich da wohl auch keinen Gefallen.




7 Häkelbikini {Tutorial}

Eigentlich hätte es diesen Beitrag gar nicht geben sollen, denn einen Bikini zu häkeln hatte ich überhaupt nicht auf dem Plan - das ist einfach so passiert. Nicht mal eine Anleitung dafür hab ich gehabt. Und der Titel führt auch ein wenig in die Irre. Ist ja gar kein ganzer Bikini, zur Hose kam es nicht mehr und er ist auch nicht wirklich fürs Wasser geeignet (zumindest hab ichs noch nicht ausprobiert)...
Aber eins nach dem anderen: für unseren Urlaub vor ein paar Wochen wollte ich mir was zum Häkeln mitnehmen, denn die schönen Abende vor dem Wohnwagen wollte ich nicht ganz unkreativ verbringen. Also hab ich überlegt was ich brauchen könnte. Schon das ganze Frühjahr über hab ich nach einem Stoff oder einer Spitze gesucht, aus der ich mir ein Strandüberwurfding nähen wollte. Aber der perfekte Stoff wollte nicht gefunden werden. Also next best thing: häkeln.
Auf Garnstudio.de (tolle Seite!) hab ich eine hübsche Bohoweste gefunden, und schnell die Wolle noch vor dem Urlaub bestellt. Motiviert hab ich das Muster ausprobiert, das hat schon ganz gut geklappt, dank coolem Anleitungsvideo (über Vimeo kann man sich übrigens alle Videos für offline runterladen).





9 Frau Josy in Magenta

Direkt aus dem Urlaub wieder da, hats mich an die Nähmaschine gezogen. Und um mich aus meiner Urlaubsentspannung wachzurütteln (wohlgemerkt unbeabsichtigt), hab ich es mir nicht wirklich leicht gemacht. Der magenta-rote Viskosejersey von Stoff und Stil war schon seit langem auf der Sommernähliste und ich hab mich wirklich gefreut, als Selmin Rot als Juli Farbe der #12coloursofhandmadefashion verkündet hat. So hab ich (wie schon öfter bei dieser Aktion) einen Schubs in Richtung eines schönen Stoffes bekommen. Allerdings ist er nicht nur schön, sondern auch super anstrengend zu vernähen gewesen. Oder ich hab mich halt nach der langen Nähpause echt doof angestellt... Nach meiner ersten Frau Josy war klar, dass ich nochmal eine nähen möchte, schon allein um die kleinen Passformkorrekturen auszuprobieren. Dieses mal hab ich also direkt Größe S gewählt und musste tatsächlich fast nichts am Schnitt ändern. Das heißt aber leider nicht, dass ich nicht auftrennen musste. Die Raglannähte wurden alle nochmal aufgemacht, zumindest an dem kleinen Stück an dem die Ärmelaufschläge auf die Raglannähte treffen. Ich muss mir mal merken, dass die Aufschläge etwas kürzer sein müssen, denn sonst machen sie (bei Viskosejersey) eine kleine Beule nach außen direkt an der Naht. Der Ausschnitt wurde auch getrennt, und ich bin noch nicht 100 Prozent zufrieden. An der einen Seite fällt das Bündchen ein bißchen nach außen, das ist einfach so schwierig bei sehr dehnbaren Stoffen. Ein bisschen zu stark gezogen, dann kräuselt der Stoff sich, ein bisschen zu wenig gezogen und es liegt nicht an...




7 5 Tipps zur Schnittmuster Aufbewahrung

Gestern hat mich die Aufräumwut im Nähzimmer gepackt. Ok, in Wirklichkeit hab ich prokrastiniert - ich hab nämlich grade ein ganz delikates Top aus flutschigster Viskose auf dem Nähtisch (wer weiß, ob aus dem jemals was wird), und plötzlich viiiiel mehr Lust gehabt meine Schnittmuster zu sortieren. Bis jetzt wusste ich gar nicht, dass man auch bei Dingen, die man eigentlich mag, einer Erledigungsblockade erliegen kann ;-)
Nachdem ich fertig war, fand ich das so hübsch, dass ich mit euch unbedingt meine Lieblings-Ordnungs-Ideen fürs Schnittmuster Aufbewahren teilen wollte.





6 Reiseetui als Hochzeitsgeschenk

Was ist das passende Hochzeits-Geschenk für ein reisefreudiges Brautpaar? Klar, ein Reiseetui und passende Kofferanhänger (hier geht's zum gratis Schnittmuster für das Reiseetui und zu den Kofferanhänger Freebie + Anleitung).
Und was ist noch cooler? Dass es das erste Mal war, dass ich das Reiseetui thematisch passend beplotten konnte! Auch wenn mich das Projekt ganz schön Nerven gekostet hat. Die Stoffwahl hat es mir nicht wirklich leicht gemacht:  Die Vorderseite sollte zweigeteilt sein, damit oben der Plot drauf passt, und der hübsche Blumenstoff gut zur Geltung kommt. Bis ich mal eine Ecke des Stoffes gefunden habe, der alle Farben, und genug spannenden Rapport drin hatte, hat es eine ganze Weile gedauert. Die Boardkartenfächer wollte ich unbedingt perfekt spiegeln, was mich auch einige Zeit gekostet hat. Denn schließlich will man ja auch so wenig Verschnitt wie möglich haben. Da kann man sich schonmal eine Weile mit beschäftigen. Dafür ist das aber mit Sicherheit das Reiseetui geworden , das am allerordentlichsten gearbeitet ist.




12 Kurzärmeliges Skaterdress

Kein Sommer ohne Skaterdress!

Erstmal vorab, bevor die ganzen langweiligen Details kommen, eine lustige Story: Als das Kleid fertig war, hab ich es meiner Mama gezeigt, und etwas (zu) selbstkritisch gefragt: "Was meinst du, macht das Kleid schwanger?" (Ich hab mich auf die Raffung direkt über dem Bauch bezogen, die mir im ersten Moment nicht so vorteilhaft vorkam). Meine Mama ganz trocken: "Ne, dafür muss man definitiv was anderes machen". Wir haben so gelacht! :D
Seit meinem Tutorial für das erste Skaterdress vor 2 Jahren hab ich nun schon insgesamt 3 Stück, die ich alle super gerne anziehe. Also keine Frage, dass es dieses Jahr ebenfalls ein neues gibt, diesmal als Blau Beitrag zu den #12coloursofhandmadefashion. Das letzte war aus Viskosejersey, das trägt sich super angenehm, aber der Stoff ist etwas schwer und hat nicht so viel Stand, deswegen ist das diesjährige wieder aus festerem Jersey.
Und jetzt haltet euch fest: der ist nicht vorgewaschen! Normalerweise kommt mir ja kein ungewaschener Stoff unter die Nähmaschine, aber dieses Mal gab es gleich 2 Gründe, die dagegen sprachen: