Makramee-Windlichter

Jetzt wo wir mehr Zeit zuhause verbringen, will ich es mir unbedingt überall so richtig schön machen. Unsere Terasse ist zwar schon ganz hübsch, aber ein bisschen mehr Deko kann auf keinen Fall schaden. Und meine Makramee-Skills wollte ich auch unbedingt ein bisschen ausbauen, nachdem mein letztes Projekt schon ein bisschen länger her ist. Gute Gründe also die Schnur auszupacken und mich auf Instagram inspirieren zu lassen.

Ich kann mich da ja in den vielen tollen Makramee-Accounts gradezu verlieren und nehme mir immer tausend verschiedene Projekte vor. Diese zwei Windlichter sind aber, im Gegensatz zu vielen anderen, tatsächlich Wirklichkeit geworden.



Beide Gläser sind Überbleibsel unserer Hochzeitsdeko, die wir damals bei Depot gekauft haben. Das kleinere stand die ganze Zeit verloren im Schrank, das große war, Schande über unser Haupt, im Keller verschollen und hat uns ernsthaft als Flusenmüllbehälter für die Trocknerflusen gedient. Viel zu schön dafür, oder? Ich hab es dann heldenhaft gerettet und ihm ein neues Kleid verpasst.

Die verwendete Schnur ist vom Makrameeshop, aber leider gibt es sie dort nicht mehr. Es ist super schöne 3mm breite, gedrehte Schnur, die genau den richtigen Beigeton hat.

Das kleinere Gläschen war schnell gemacht, ich hab einfach eine Schnur um den Rand gebunden und dann 36 Fäden à 75 cm mit einem Larks Head (Lerchenkopfknoten) drangebunden. Bei den Gläschen ist es ganz praktisch, dass man keine Aufhängung braucht, wie zum Beispiel bei größeren Wandbehängen, da stellt man einfach das Gläschen hin und alles hält. Ich knote die Randschnur immer erst ganz locker, damit ich die Fäden gut rumschlingen kann, dann knote ich alle hängenden Fäden dran, bis ich circa weiß wieviele ich brauchen werde und dann knote ich die Randschnur erst richtig fest.



Meistens fange ich ohne eine konkrete Idee an und knote einfach drauf los, mach alles immer wieder auf, bis ich irgendwann zufrieden bin. Bei meinen 36 Fäden hat es sich angeboten 6 gleiche Teile zu knoten. Das ist immer ein bisschen eine Überraschung, wieviel Fäden um so ein Gläschen passen, je nachdem wie engmaschig die Knoten werden sollen.

Dann hab ich bei jedem der 6 Unterteilungen erst 3, dann versetzt 2 und ganz zum Schluss noch einen Square Knot (Kreuzknoten) gemacht, sodass 6 Spitzen entstanden sind. Unter die habe ich noch jeweils eine schräge Reihe Double Half Hitch Knots (Doppelter halber Schlag) gesetzt. Hier ist der Trick immer den nächsten Faden von der nebenliegenden Unterteilung als Arbeitsfaden zu verwenden, so ergeben sich keine Abstände zwischen den Blöcken.


Das größere Windlicht war deutlich schwieriger zu konstruieren. Hier wollte ich ein lockereres Design, ich hab basierend auf dem Verbrauch des kleinen Glas ein bisschen gerechnet und hab am Schluss 48 Fäden mit 1,10m Länge zugeschnitten. Das finde ich ja immer das Schwierigste beim Makramee, vorher schon zu entscheiden wieviel Länge man braucht. Oft mache ich deshalb auch erstmal nur ein Teil des Musters mit recht langen Fäden und schaue dann, wieviel ich zu viel zugeschnitten habe, und schneide die nächsten Fäden kürzer zu. Die obere Reihe besteht aus jeweils 3 Square Knots und dann einer Reihe Double Half Hitch Knots. Das Ende des waagrechten Arbeitsfadens verstecke ich ich einfach auf der Rückseite des Designs, genau wie das Ende der oberen Randschnur.
Das Muster unter der Trennreihe sieht deutlich komplizierter aus, als es ist, man muss einfach nur immer weiter nach außen wandern bei den äußeren Fäden der Square Knots. Die Schwierigkeit hierbei ist tatsächlich alles gleichmäßig zu verteilen, dass die Fäden entspannt herunterhängen und überall den gleichen Abstand haben.

Ich hab mehr als einmal wieder alles aufgemacht, weil mir die Spannung nicht gefallen hat, oder ein Teil anders aussah als der andere. Ich muss ja wirklich sagen, wenn ich mir die ganzen tollen Makrameewerke online anschaue, denke ich immer: Ach, die Knoten kann ich ja alle, das ist bestimmt ganz leicht nachzumachen. Aber inzwischen hab ich schon so viel ausprobiert, und oft wird es bei mir einfach nur schief und krumm, insbesondere symmetrische Designs sind wirklich schwer. Ich hab da natürlich auch echt hohe Ansprüche an mich, ich will dann, dass es genauso perfekt aussieht, wie bei den Profis. Aber bis dahin braucht es noch einiges an Übung. Gerade versuche ich mich an einem größeren Wandbehang – mal schauen, ob der jemals fertig wird, so oft wie ich den schon wieder aufgemacht habe, haha.

Ich kann euch auf jeden Fall empfehlen mal mit einem Gläschen anzufangen, da kann man die Knoten supergut üben und hat schnell ein tolles Erfolgserlebnis. Und ich versuche mich jetzt wieder zu meinem größeren Projekt aufzuraffen!

Bis bald,
eure Nina

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Kommentare:

  1. Die Windlichter sehen herrlich romantisch aus. Ich liebe sie und ihr könnt euch jetzt sicher noch besser auf der Terrasse entspannen. 😁

    Viele liebe Grüße deine nähbegeisterte Andrea 🍀

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  2. Hallo Nina,

    Makramee steht bei mir ganz oben neben meinem Plotter auf meiner Todo und Wunsch-Liste. Ich würde das so gern einmal ausprobieren und hätte da auch gefühlt 1001 Dinge die ich gern aufhübschen würde.

    Ich stöber dann mal bei Dir weiter.

    Liebe Grüße
    Elke

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  3. Die Windlichter strahlen wirklich eine sehr gemütliche und urige Atmosphäre aus.Vielen Dank für die tolle Idee.Werde es denke ich nach meinem Urlaub im Hotel Biberach selbst probieren.Liebe Grüße Emma

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